Luxemburgs Außenminister will schnelle Öffnung des Schengen-Raums

Fahne von Luxemburg, über dts Nachrichtenagentur

Luxemburg (dts Nachrichtenagentur) – Der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn sieht eine schnelle Wiederherstellung der Reisefreiheit im gesamten Schengen-Raum als entscheidend für den Erfolg des Wiederaufbaus in der EU. „Es muss wieder einen Schengen-Raum geben“, sagte Asselborn dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Die gesamte Welt sei neidisch, dass in Europa Menschen, Waren, Dienstleistungen und Kapital frei zirkulieren könnten. Das sei auch wichtig, damit der wirtschaftliche Wiederaufbau der EU gelinge.

„Ohne Öffnung des Schengen-Raums wird die europäische Wirtschaft nicht wieder stark werden“, sagte der Sozialdemokrat. Asselborn kritisierte die inzwischen wieder eingestellten Grenzkontrollen zwischen Deutschland und Luxemburg als Fehler und „nationalen Reflex“ der Bundesregierung. Nur weil die Außengrenzen der EU geschlossen worden seien, hätte das noch lange keine Kontrollen an den Grenzen im Schengen-Raum nach sich ziehen müssen, sagte der dienstälteste Außenminister der EU dem RND. Im Gegensatz zu Deutschland habe Luxemburg seine Grenzen zur Bundesrepublik, zu Frankreich und zu Belgien nicht geschlossen. „Und wir haben trotzdem sehr erfolgreich den Virus bekämpft“, so Asselborn. Die Kontrollen hätten die Verbreitung des Virus nicht aufgehalten, sagte er. Leidtragende seien pro Tag etwa 50.000 Grenzgänger aus Deutschland gewesen, die morgens auf dem Weg zur Arbeit in Luxemburg und abends auf dem Heimweg nach Deutschland kontrolliert worden seien. „Die Deutschen haben also die eigenen Leute kontrolliert“, sagte Asselborn: „Ich bin fest davon überzeugt, dass die Grenzschließung zu Luxemburg absolut nichts gebracht hat.“ Die Menschen in Luxemburg hätten die deutsche Haltung vor allem deswegen nicht verstanden, „weil die deutschen Grenzen zu Belgien und den Niederlanden offen blieben“.

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Foto: Fahne von Luxemburg, über dts Nachrichtenagentur

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