Linken-Politiker beklagt fehlende Öl-Verträge mit Kasachstan

Raffinerie PCK in Schwedt, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der brandenburgische Bundestagsabgeordnete der Linken, Christian Görke, wirft der Bundesregierung schwere Versäumnisse bei der Absicherung der Versorgung der Raffinerie „PCK Schwedt“ mit Rohöl vor. „Niemand hat von Seiten der Bundesregierung bisher ernsthaft mit Kasachstan verhandelt, obwohl das immer wieder behauptet wurde“, sagte Görke dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Freitagsausgabe) nach der Rückkehr von einer dreitägigen Kasachstanreise.

„Es wurde wertvolle Zeit vertrödelt.“ Görke bestritt, dass die Bundesregierung bereits wie von ihr behauptet, über Verträge verfüge, die die Auslastung der Raffinerie steigern würden. Er berief sich auf Gespräche mit dem stellvertretenden kasachischen Energieminister Asset Maganov, mit dem Vorstandsvorsitzenden des staatlichen Ölkonzerns „Kaz-Munay-Gas“, Maghsum Myrsaghalijew, und dem Generaldirektor des Netzbetreibers „Kaz-Trans-Oil“, Talgat Kurmanbaev. „Es gibt bisher nicht einen Vertrag mit Kasachstan, obwohl Herr Kellner anderes behauptet“, sagte Görke, der von 2014 bis 2019 in Brandenburg Finanzminister war.

Anzeige

Wie der Linken-Politiker aus seinen Gesprächen in der Hauptstadt Astana weiter erzählte, sei Kasachstan bereit, rund 5,6 Millionen Tonnen Rohöl jährlich zu liefern, womit eine 50-prozentige Auslastung Schwedts möglich wäre. „Myrsaghalijew hat mir gesagt, niemand habe bisher mit ihnen verhandelt“, so Görke. Die Kasachen hätten zudem eine Zusage Russlands eingeholt, dass das Öl ungehindert über die durch Russland verlaufende Pipeline nach Deutschland gelangen könne. Nach Görkes Worten könnte „Kaz-Munay-Gas“ ab Januar eine erste Testcharge von 20.000 Tonnen Öl liefern, bräuchte dazu aber gesicherte Zusagen aus Deutschland.

„Hier liegt ein klares Versagen des Bundeswirtschaftsministeriums vor“, sagte Görke und kündigte an, dass die Linke eine Sondersitzung im Bundestagsausschuss für Energie und Klima beantragen werde, indem „die Verantwortlichen Rede und Antwort stehen“ sollten, warum monatelang im Fall Kasachstan nichts geschehen sei.

Foto: Raffinerie PCK in Schwedt, über dts Nachrichtenagentur

Mehr aus diesem Ressort
NachrichtenSaar-CDU drängt auf Entscheidung bei Steinmeier-NachfolgeNachrichtenDeutschland fordert humanitären Zugang zur belagerten Stadt TaisNachrichtenAuch Schwesig drängt auf Stromsteuersenkung für alle
StartseiteKommentieren
Weitere Artikel
NiedersachsenFrau stirbt nach Brand in Wohnhaus in Westerholt im Landkreis WittmundNiedersachsenEinbruch auf Friedhof, Automatenaufbruch und schwerer Unfall im HeidekreisNiedersachsenLinken-Chef Pantisano fordert Audi-Chef Döllner zum Rücktritt aufNachrichtenDax am Mittag weiter freundlich – Bayer gefragtNachrichtenBundesregierung will US-Auftritt von Audi-Chef nicht kommentierenNachrichtenRosneft-Klage gegen PCK-Treuhandverwaltung ausgesetzt

Anzeige

StellenmarktJobs in OldenburgAktuelle Stellenangebote aus Oldenburg und der Region.LokalesNachrichten aus OldenburgAlle Meldungen aus der Stadt auf einen Blick.Immer informiertWhatsApp-KanalDie wichtigsten Nachrichten direkt aufs Handy.MenschenOldenburger/in des MonatsJeden Monat ein besonderes Gesicht der Stadt.
Im FokusTopthemenKramermarktUOdMVerkehr
Social MediaFolge unsFacebookInstagramYouTubeTikTok