Lehrerverband wirft Bundesländern Versäumnisse bei Maßnahmen vor

Kinder spielen auf einem Schulhof, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Deutsche Lehrerverband hat angesichts der verschärften Corona-Lage das Agieren der Bundesländer scharf kritisiert. „Wir halten es für grundfalsch, dass die Mehrzahl der Bundesländer den Hygienestufenplan der Kultusministerkonferenz und die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts außer Kraft gesetzt und in die Tonne getreten hat“, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger dem „Handelsblatt“ (Freitagausgabe). „Die Gesundheitsschutzmaßnahmen an Schulen dürfen nicht vom ansteigenden Infektionsgeschehen in Deutschland und den für den Rest der Gesellschaft im Lockdown-Monat November geltenden Verhaltensregeln komplett abgekoppelt werden.“

Meidinger fordert daher von der Politik „klare Maßgaben“, ab welcher Neuinfektionsrate auch Schulen ihre Gesundheitsschutzmaßnahmen verschärfen müssten bis hin zur Wiederherstellung der Abstandsregel mit halbierten Klassen und Hybridunterricht. „Bei der Art der Umsetzung will der Lehrerverband den Schulen vor Ort aber einen großen eigenen Ermessensspielraum einräumen“, sagte Meidinger. „An der einen Schule kann eine Verkleinerung der Lerngruppen so erfolgen, dass besonders förderungsbedürftige Kinder weiter im Präsenzunterricht bleiben und andere, die von den Eltern zuhause unterstützt werden können verstärkt Homeschooling betreiben.“ Ein Gymnasium könne die Schüler der Unterstufe in der Schule belassen, während die Oberstufe „vorübergehend in das distance learning geht“. Wichtig sei aber, dass reagiert werde. „Derzeit lässt die Politik die Schulen weitgehend allein“, sagte Meidinger.

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Foto: Kinder spielen auf einem Schulhof, über dts Nachrichtenagentur

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