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Kramp-Karrenbauer will mehr Frauen in der CDU

Annegret Kramp-Karrenbauer, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat ihre Partei zu einer stärkeren Förderung von Frauen aufgefordert. „Wir können beim Frauenanteil insgesamt und in den Führungsgremien der CDU noch deutlich besser werden“, sagte Kramp-Karrenbauer dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Samstagausgaben). „Es reicht nicht mehr zu sagen: Wir haben ganz tolle Männer, die auch phantastisch für Fraueninteressen eintreten. Die Frauen sagen zu Recht: Das können wir gut selbst“, betonte die Verteidigungsministerin.

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Eine gezielte Ansprache von Frauen sei existenziell für ihre Partei. „Frauenförderung ist wichtig, damit die CDU auch in Zukunft Volkspartei bleibt“, sagte Kramp-Karrenbauer. Sie forderte: „Wenn Posten neu besetzt oder Direktwahlkreise neu vergeben werden, muss man überlegen, ob es nicht auch eine Frau gibt, die für die jeweilige Aufgabe die am besten geeignete Person ist.“ Wenn die CDU als Volkspartei nicht in der Breite attraktiv und wählbar sei, gehe das Gesamtergebnis runter, mahnte Kramp-Karrenbauer. „Dann zieht auch das Mandat nicht“, sagte sie dem RND. Politik und Wirtschaft müssten mit Personalentscheidungen auf ein differenzierteres Bild der Geschlechterrollen hinwirken. „Es müssen mehr Frauen in gute Positionen und in nicht-klassische Berufe“, forderte Kramp-Karrenbauer. „Frauen reagieren stark auf persönliche Vorbilder. Wenn entsprechende Positionen weiblich besetzt sind, wollen auch mehr Frauen dahin. Kluge Unternehmer wissen, dass in Frauenförderung eine Chance steckt. Ich möchte das auch für die CDU.“ Eine eigens eingerichtete Kommission berate zurzeit darüber, wie die CDU Frauen besser als bisher ansprechen könnte. Nur jedes vierte CDU-Mitglied ist eine Frau. Die Unionsfraktion im Bundestag besteht nur zu einem Fünftel aus Frauen. Zuletzt war die Frauen-Union mit ihrer Forderung nach paritätisch besetzten Wahllisten gescheitert. Der CDU-Parteitag im November vermied eine Abstimmung darüber.

Foto: Annegret Kramp-Karrenbauer, über dts Nachrichtenagentur

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