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Kinder- und Jugendärzte gegen „Großelternverbot“ wegen Corona

Mutter mit Kleinkind, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Kinder- und Jugendarztpräsident Thomas Fischbach hat die Forderung nach einem Großeltern-Verbot für Enkelkinder wegen der Corona-Pandemie zurückgewiesen. „Es gibt so wenige Kinder, die an Corona erkrankt sind, dass ich so eine pauschale Forderung für übertrieben halte“, sagte der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Großeltern gehörten aufgrund von Alter oder Vorerkrankungen zwar zur Risikogruppe.

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„Als Kinder- und Jugendarzt halte ich diese Maßnahme zurzeit dennoch nicht für erforderlich.“ Fischbach reagierte auf Forderungen unter anderem des Charité-Chefvirologen Christian Drosten, der unter Verweis auf die hohe Sterblichkeitsrate bei älteren Corona-Erkrankten gesagt hatte: „Kinder sollten bis September, Oktober nicht mehr zu Oma und Opa zur Betreuung gegeben werden.“ Der BVKJ-Präsident sagte der NOZ: „Es würde wohl ausreichen, die Kinder zu bitten, nicht mit Oma oder Opa zu kuscheln und sich oft die Hände zu waschen.“ In vielen Familien würden Großeltern bei der Kinderbetreuung helfen, wenn die Eltern arbeiten. Es gehe nicht nur um Familienbesuche. „Hier sollten wir Maß und Mitte im Auge behalten. Klar ist: Wenn die Kinder krank sind, bitte nicht zu Oma oder Opa schicken. Die Regel sollte man ganz unabhängig von Corona befolgen.“

Foto: Mutter mit Kleinkind, über dts Nachrichtenagentur

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9 Kommentare

  1. Thomas
    13. März 2020 um 12.28

    Was ich nicht ganz verstehe, warum gehen die Diskussionen um die ganzen Kinder ? Wir Erwachsenen haben im Alltag meistens mehr Kontakte zu anderen. Sei es in der Bahn, beim Einkaufen usw. Warum sollen sich nur die Enkelkinder von den Großeltern fernhalten ??? Im Grund ALLE die zu vielen Menschen Kontakt haben. Oder sehe ich das falsch ? Danke vorab für Eure Antworten

  2. W. Lorenzen-Pranger
    13. März 2020 um 13.18

    „Warum sollen sich nur die Enkelkinder von den Großeltern fernhalten ???“

    Der Grund soll sein, das können sie auch anderen Presseartikeln entnehmen, daß der Krankheitsverlauf bei Kindern z.T. oft (nicht immer) kaum merklich ist, aber bei älteren, vor allem bei über 80-jährigen, extrem schwer..So ab meinem Alter, 72, kann das tödlich enden. Die Grenze, so habe ich das mitbekommen, ist wohl so um die vierzig. Drunter; Nicht so schlimm, drüber immer schlimmer.
    Googeln sie doch mal selbst noch andere Quellen.
    Übrigens, bei facebook sollen wohl die irrsten Gerüchte ins Kraut schießen. Also möglichst nachweisbar seriöse Quellen nutzen.

  3. Rosi dapprich
    17. März 2020 um 21.57

    Aber die “ Grosseltern“dürfen in der Kita als Erzieherin auf andere Kinder aufpassen, auf Kinder deren Eltern im Krankenhaus arbeiten oder die Grosseltern sitzen in den Läden an der Kasse. Aber ich kann mich nur bei meinen Enkel anstecken..

  4. Ralf Jeromin
    19. März 2020 um 12.29

    Und was ist mit den jungen Großeltern? Es gibt ja 40 jährige und jüngere. Macht es denn keinen Unterschied, ob ein älterer Mensch kerngesund ist im Vergleich zu einem jüngeren kranken? Hier sind genauere Aussagen wünschenswert.

  5. JuMi
    20. März 2020 um 21.08

    Die Großeltern meines Sohnes und gerade Mal 61 Jahre alt. Gehen beide zur Arbeit. Die Oma ist Krankenschwester. Beide sind sportlicher als so mancher junge Mensch. Noch dazu wohnen sie nebenan und unser Sohn ist fast täglich dort. Sie haben mich für verrückt erklärt, als ich sagte, er solle sie nicht mehr besuchen.

  6. Eka
    30. März 2020 um 19.55

    Den Kommentaren kann ich nur beipflichten, ab wann gilt man als „Großeltern“? Ich bin eine 58-jährige, sehr aktive Oma, voll im Berufsleben eingebunden und täglich gefordert. Hier ist es eher so, dass das Verantwortungsbewusstsein dieser Generation sehr hoch ist.
    Niemals würde ich der Familie schaden wollen. Doch selbst? Gerade jetzt bräuchte man den Halt innerhalb der Familie. Aber: Abstand zu Großeltern, aussortiert, Abstand – wie lange, Wochen, Monate? Die Entwicklungsschritte meines Enkelkindes kann ich nicht miterleben, meine Liebe nicht mehr zeigen. Das Virus wird jedoch nicht einfach wieder verschwinden, auch in Monaten nicht. In Zeiten größter Not ist es das größte Glück, Familie oder Menschen um sich zu haben, um daraus Kraft zu ziehen. Doch nun bleiben viele alleine zurück, Psychologen haben erkannt, dass Einsamkeit, gerade bei alleinstehenden Menschen, zu einem nicht minder großem Problem führen wird. Das ist neben dem Großelternproblem ein weiteres Thema.

  7. Gisela
    31. März 2020 um 13.13

    Ich bin 70 Jahre alt und habe eine 6-jährige Enkelin. Meine Tochter kauft zweimal die Woche für mich ein. Meistens bringt sie die Kleine mit und wir gehen anschließend zusammen spazieren. Das ist völlig in Ordnung. Wir halten genügend Abstand und sind an der frischen Luft. Was soll da passieren? Ostern werden wir uns auch bei mir sehen und zusammen essen. Wir sind zu viert (Tochter, Schwiegersohn und Enkeltochter). Wenn wir alle die Vorsichtsmaßnahmen einhalten, ist nichts gegen den Besuch einzuwenden.

  8. Heidi
    1. April 2020 um 13.44

    Ich bin 71 und Uroma, meine Urenkel (zwillinge) sind jetzt 1,5 Jahre und ich war von Anfang an ca an 2 Tagen die Woche zur Unterstützung dort, bei Zwillingen ist es schwierig da braucht man Unterstützung warum soll ich jetzt nicht mehr hingehen ?

  9. Jutta Gessler
    5. April 2020 um 17.18

    Meine Enkelin muss mich pflegegrad 2 mal pflegen in der Woche
    Dsrfcdie kommen und ihre 6 Jahre alte Tochter meine urenkelin mitbringen. Ihr Mann kann nicht aufpassen er war grade 5 Monate in der klimok