JU-Antrag gegen Behörden-Zugriff auf verschlüsselte Kommunikation

Smartphone-Nutzerinnen, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Digitalpolitiker der Jungen Union (JU) lehnen es strikt ab, Terrorermittlern einen Zugriff auf verschlüsselte Kommunikation zu ermöglichen. „Die Junge Union Deutschlands fordert die CDU Deutschlands auf nationaler und europäischer Ebene auf, sich gegen die Einführung von Hintertüren in sicheren Verschlüsselungssystemen (Ende-zu-Ende-Verschlüsselung) bei Messenger-Diensten einzusetzen“, heißt es in einem Initiativantrag der JU-Bundeskommission „Digitale Wirtschaft und Netzpolitik“ für den JU-Deutschlandtag an diesem Sonntag in München, über den das „Handelsblatt“ (Freitagausgabe) berichtet. Hintergrund sind Pläne der EU-Staaten über eine Aufweichung der sicheren Verschlüsselung von Nachrichten auf Kanälen wie WhatsApp, „Signal“ oder Threema.

Ihre Botschafter nahmen am Mittwoch in Brüssel eine Beschlussvorlage der deutschen Ratspräsidentschaft an, wonach es Strafverfolgungsbehörden erlaubt werden soll, in verschlüsselte Kommunikation einzudringen. Die JU-Digitalpolitiker warnen vor den Folgen, sollten die Christdemokraten diese Überwachungsmethode mittragen. Die CDU steuere dann „geradewegs in die nächste digitale Katastrophe, wie auch schon in der Debatte um den Artikel 13 (später 17) der Urheberrechtsreform“. Die Verschlüsselungssysteme von Plattformbetreibern wie WhatsApp seien die Grundlage der sicheren digitalen Kommunikation und gerade in Zeiten von Corona, wo digitale Kommunikation noch wichtiger geworden sei, dürfe sie „nicht fahrlässig aufgebrochen“ werden. Bei der Einführung einer „Backdoor“ in den Verschlüsselungssystemen würden Messenger-Dienste dazu verpflichtet, zusätzliche Generalschlüssel für Ermittlungsbehörden anzulegen und diese zu hinterlegen. „Eine solche Aushebelung von Verschlüsselungssystemen schwächt das Vertrauen der Menschen in die Privatheit der Kommunikation und kompromittiert die IT-Sicherheit insgesamt“, warnen die Unionspolitiker in ihrem Initiativantrag. Es werde ein „verheerendes Signal“ an Staaten gesendet, die sich nicht an Rechtsstaatsprinzipien gebunden fühlten und eine Schwächung der Verschlüsselung als Einladung verstehen würden, um Menschenrechtsaktivisten und Bürgerrechtler auszuspionieren.

Anzeige

Foto: Smartphone-Nutzerinnen, über dts Nachrichtenagentur

Mehr aus diesem Ressort
NachrichtenMiersch will Konsequenzen von CDU nach AfD-Wahl in Sachsen-AnhaltNachrichtenMiersch schlägt Rentengipfel zur Lösung des Koalitionsstreits vorNachrichtenSPD skeptisch bei neuem Parteiausschlussverfahren gegen Schröder
StartseiteKommentieren
Weitere Artikel
NachrichtenSeehofer kritisiert Merz und spricht von GlaubwürdigkeitsverlustSport2. Bundesliga: Nürnberg und Wolfsburg zünden TorfeuerwerkNiedersachsenTödlicher Verkehrsunfall auf der Kreisstraße 17 bei BarnstedtNiedersachsenSchwerer Verkehrsunfall in Winzlar mit drei VerletztenNachrichtenDeutsche-Bank-Chef Sewing kritisiert TankrabattSport1. Bundesliga: Leipzig deklassiert Frankfurt

Anzeige

StellenmarktJobs in OldenburgAktuelle Stellenangebote aus Oldenburg und der Region.LokalesNachrichten aus OldenburgAlle Meldungen aus der Stadt auf einen Blick.Immer informiertWhatsApp-KanalDie wichtigsten Nachrichten direkt aufs Handy.MenschenOldenburger/in des MonatsJeden Monat ein besonderes Gesicht der Stadt.
Im FokusTopthemenKramermarktUOdMVerkehr
Social MediaFolge unsFacebookInstagramYouTubeTikTok