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IMK-Direktor sieht Gefahr für massiven Stellenabbau in Deutschland

Schreibtisch, über dts Nachrichtenagentur

Düsseldorf (dts Nachrichtenagentur) – Der Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Sebastian Dullien, sieht durch die Corona-Krise die Gefahr für einen massiven Stellenabbau in Deutschland. „Ob es zu neuer Massenarbeitslosigkeit kommt, hängt nun zum einen von der weiteren Reaktion der Wirtschaftspolitik ab, zum anderen, ob die Unternehmen ihrer Verantwortung nachkommen, Beschäftigung zu sichern“, sagte Dullien den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstagausgaben). Die Wirtschaftskrise sei „die tiefste seit der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/09 und wird mit einem massiven Einbruch des Bruttoinlandsprodukts einhergehen“.

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Die Wirtschaftspolitik müsse neben dem Kurzarbeitergeld und der Stundung von Steuerzahlungen weitere Maßnahmen auf den Weg bringen. „Das Kurzarbeitergeld reicht nicht“, warnte der IMK-Direktor. Mit den Schließungen im Einzelhandel seien viele Beschäftigte mit niedrigen Einkommen von Kurzarbeit betroffen. Ihnen fehle fast die Hälfte ihres Einkommens. „Das ist nicht nur sozial problematisch, sondern auch für die Wirtschaft gefährlich. Diese Menschen können nun weniger kaufen und der Konsum droht weiter belastet zu werden. Hier muss dringend über eine Aufstockung des Kurzarbeitergeldes gesprochen werden, etwa auf 80 oder 90 Prozent des ursprünglichen Einkommens“, sagte Dullien. Gleichzeitig dürften die Unternehmen nicht die Krise über aktuelle Notlagen hinaus dazu nutzen, Stellen abzubauen. Vor allem Kleinbetriebe und Selbständige bräuchten schnell und unbürokratisch weitere Hilfen. Ihnen seien die Umsätze weggebrochen, während Mieten und ähnliche Kosten weiterlaufen. „Hier sind schnell und unbürokratisch zinsfreie Kredite notwendig, am besten direkt vom Staat und unter Umgehung der KfW und der Geschäftsbanken“, so der IMK-Direktor weiter. Im Fall besonders betroffener Unternehmen seien Staatsbeteiligungen und eine Aufstockung des Eigenkapitals durch Bund und Länder erforderlich, zumindest bei größeren Kapitalgesellschaften. „Wenn sich die Verluste häufen, so ist der Staat zum Teil daran beteiligt, erholt sich die Wirtschaft nach der Krise, kann er sich dann aber auch einen Teil der eingesetzten Mittel zurückholen“, so Dullien. Die Wirtschaftspolitik müsse wiederum bei den Unternehmen die begründete Hoffnung auf eine schnelle Erholung nach der Krise schaffen. „Mehr öffentliche Investitionen, aber bei dann anhaltender Konsumschwäche auch unkonventionelle Maßnahmen wie etwa Konsumschecks oder vorübergehend höheres Kindergeld, sollten möglichst schon jetzt für den Zeitpunkt angekündigt werden, an dem die akute Gesundheitskrise überwunden ist“, sagte der IMK-Direktor den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Nur wenn sich die Unternehmen „halbwegs sicher sein“ könnten, künftig wieder auf ihr altes Umsatzniveau zurückzukommen, würden sie „jetzt davon absehen, Beschäftigung abzubauen“.

Foto: Schreibtisch, über dts Nachrichtenagentur

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