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IAB-Direktor gegen Mindestlohnerhöhung auf zwölf Euro

Reinigungskraft in einer U-Bahn-Station, über dts Nachrichtenagentur

Nürnberg (dts Nachrichtenagentur) – Bernd Fitzenberger, Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), lehnt die Forderung der Gewerkschaften nach einer Mindestlohnerhöhung auf zwölf Euro ab. „Jetzt mitten in der Krise sind zwölf Euro auf jeden Fall ein No-Go“, sagte Fitzenberger dem „Spiegel“. Ein Aussetzen sei allerdings nicht nötig, wenn sich die Erhöhung an der Entwicklung der Tariflöhne orientiere.

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„Die Probleme, die wir derzeit auf dem Arbeitsmarkt sehen, sind durch Corona bedingt – und nicht durch überhöhte Löhne.“ Eine Absenkung wie von Unionspolitikern gefordert, hält Fitzenberger sogar für schädlich. In der gegenwärtigen Situation sei es wichtig, dass die Nachfrage stimuliert werde. „Eine Debatte über Lohnsenkungen kann jedoch zu weiterer Verunsicherung und damit zur Zurückhaltung des privaten Konsums führen.“ Bis Ende Juni soll die zuständige Mindestlohnkommission aus Gewerkschaftern, Arbeitgebervertretern und Wissenschaftlern einen Vorschlag vorlegen, wie der Mindestlohn 2021 angepasst werden soll.

Foto: Reinigungskraft in einer U-Bahn-Station, über dts Nachrichtenagentur

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