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Habeck: Impfstoffe weltweit zur Verfügung stellen

Impfzentrum, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Grünen-Chef Robert Habeck hat eine europäische Kraftanstrengung gefordert, um Impfstoffe auch für Entwicklungsländer bereitzustellen. „Nur, wenn die Impfstoffe weltweit zur Verfügung stehen, werden wir die Pandemie auch bei uns in den Griff kriegen“, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwochausgaben).

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„Sonst werden wir permanent durch Mutationen unter großen Druck geraten.“ Deutschland und die EU müssten vorangehen und mehr Geld in die Hand nehmen, um die Impfstoffproduktion auszubauen, verlangte Habeck. „Wir müssen über die nationalen und europäischen Grenzen hinausdenken.“ Deutschland sollte dafür gemeinsam mit der EU umfassende Abnahmegarantien für weitere Impfstoffdosen abgeben, die solidarisch finanziert würden.

„Diese sollten zeitlich gestaffelt sein: je früher Impfdosen eingehen, desto höher ist der Preis“, führte Habeck aus. „So erhalten die Pharmaunternehmen klare Anreize für eine Ausweitung ihrer Produktionskapazitäten.“ Nötig ist nach den Worten des Grünen-Vorsitzenden ein „großzügig ausgestatteter Investitionsfonds, mit dem die EU die Umstellung und den Aufbau von Produktionskapazitäten fördert“. Ein solcher Fonds sei zudem ein erstes Werkzeug, um Europas Souveränität in der Arzneimittel- und Medizinprodukteversorgung zu stärken.

„Die EU sollte einen festen und dem Bedarf angemessenen Anteil der so erlangten Dosen Ländern des globalen Südens über die COVAX-Initiative zur Verfügung stellen und die Finanzierung der Initiative deutlich erhöhen“, schlug Habeck vor. Die sogenannte Covax-Initiative, die auch von der Weltgesundheitsorganisation getragen wird, hat sich der fairen Verteilung von Corona-Impfstoffen verschrieben. In der ersten Hälfte dieses Jahres plant Covax die Verteilung von mehr als 337 Millionen Corona-Impfstoffdosen in insgesamt rund 145 Ländern. Fast alle der Dosen sollen von Astrazeneca kommen.

Der Impfgipfel im Kanzleramt hatte in der vergangenen Woche vereinbart, bis zum Treffen der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefs der Länder an diesem Mittwoch einen Fahrplan zur Ausweitung der Impfstoffproduktion vorzulegen. Habeck warf der Bundesregierung ein „fatales Tohuwabohu“ bei der Impfstoffbeschaffung vor. „Es ist konkret zu klären und zu verabreden, wer was leisten kann und was nötig ist, um die Produktion hochzufahren“, sagte er. „Es geht mehr und es muss mehr gehen – und zwar in einem gemeinsamen Kraftakt von Deutschland und der EU. Und diese Kraftanstrengung sollte von der Bundesregierung ausgehen.“

Foto: Impfzentrum, über dts Nachrichtenagentur

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