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Grünen-Politiker Marquardt gegen Wiederaufbau von Moria

Protestplakat nach Brand in Flüchtlingslager Moria, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Grünen-Europapolitiker Erik Marquardt hat Überlegungen, das niedergebrannte griechische Flüchtlingslager Moria auf Lesbos wiederaufzubauen, kritisiert. „Dieses Lager und dessen Struktur waren ein Fehler und führten zu dieser Katastrophe. Es ist erbärmlich, dass wir darüber noch diskutieren müssen“, sagte der Europapolitiker dem Nachrichtenportal Watson.

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„Wir brauchen jetzt einen Plan, wie man diese Menschen unter menschenwürdigen Bedingungen, mit genug Abstand, einem Dach über dem Kopf und ordentlicher Lebensmittelversorgung unterbringt.“ Eine Aufnahme der Geflüchteten durch Deutschland ist für Marquardt alternativlos. „Da muss die SPD sich eben auch mal überlegen, wie man die Unionsparteien davon überzeugt, dass diese unwürdige Situation in dieser Notsituation zumindest zeitweise behoben wird.“ Eine Aufnahme durch Deutschland sei auch im Einklang mit dem geltenden Dublin-Abkommen und dem Koalitionsvertrag: „Im Koalitionsvertrag steht, dass man 180.000 bis 220.000 Menschen pro Jahr aufnimmt. Das hat da keine NGO reingeschrieben, sondern Horst Seehofer hat das durchgesetzt. Die Zahlen der letzten Jahre liegen weit darunter. Es ist für Deutschland absolut kein Problem und im Einklang mit dem Koalitionsvertrag, 13.000 Menschen aufzunehmen. Ich weiß nicht, wovor sie Angst haben.“ Marquardt forderte die Bundesregierung auf, aufnahmewillige Kommunen und Städte zu unterstützen: „Wir müssen jetzt das Chaos beseitigen und Lösungen finden. Wir müssen die Kommunen und Städte unterstützen, die Geflüchtete aufnehmen wollen. Deutschland könnte ein großer Tanker sein, der mit gutem Beispiel vorangeht. Dann könnten auch andere EU-Staaten folgen.“

Foto: Protestplakat nach Brand in Flüchtlingslager Moria, über dts Nachrichtenagentur

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