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Göring-Eckardt: Merkel soll EU-Allianz für Flüchtlinge schmieden

Katrin Göring-Eckardt, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Nach der Zuspitzung der Flüchtlingssituation an der EU-Grenze zur Türkei sehen die Grünen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Pflicht. „Die Bundesregierung muss jetzt schnellstmöglich darauf dringen, dass es eine europäische Lösung für die Verteilung der Geflüchteten gibt“, sagte Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Sonntagausgaben). „Wenn nicht alle Mitgliedsländer bereit sind, sich an der Aufnahme von Flüchtlingen zu beteiligen, muss Frau Merkel endlich eine Allianz der Willigen schmieden, die mit gutem Beispiel vorangeht.“

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Göring-Eckardt kritisierte den Flüchtlingsdeal zwischen der EU und der Türkei, der Abhängigkeiten geschaffen habe und in der Praxis nicht funktioniere. „Das alles wird auf dem Rücken der Schwächsten ausgetragen“, sagte sie. An der türkisch-griechischen Grenze würden Menschen in Not mit Gewalt zurückgedrängt. „Die aktuelle Lage ist auch Ergebnis der Versäumnisse der vergangenen Jahre“, stellte die Fraktionschefin fest. „Statt sich auf eine faire Verteilung von Schutzsuchenden zu einigen, lässt die EU Griechenland mit den Herausforderungen allein.“

Foto: Katrin Göring-Eckardt, über dts Nachrichtenagentur

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2 Kommentare

  1. Dominique Lassalle
    1. März 2020 um 2.55

    Oh,Gott.

  2. Gaultier
    3. März 2020 um 13.33

    Das größte Versäumnis der letzten Jahre, ist der Umstand, dass die Politiker ihre eigenen Worte unterschätzen. In den meisten Erklärungen, die sie vorbringen, wird etwas Wesentliches ausgegrenzt, als gäbe es diesen Umstand gar nicht.. Menschen denken nicht nur vernünftig, sondern überwiegend bedürfnis- und ressourcenorientiert. Das ist ihre Logik. Wenn Frau Merkel die Grenzen aufmacht, wie 2015 und Menschen in aller Welt sehen, das in ihren Augen reiche Land, dann überlegen sie nicht lange, sondern sie machen sich auf den Weg. Das geschieht in Afrika, in Afghanistan, in Bangladesch und auch sonst überall, Frau Merkel wird, ob sie das beabsichtigt hat oder nicht, von vielen armen Menschen als zukünftiger Ressourcengeber (Deutschland) gesehen und man pilgert zu ihr. Das ist nur allzu verständlich, wenn man Menschen in dieser Weise und auf dieser Ebene anspricht.
    Ich würde es wirklich jedem Menschen wünschen, dass er eine anständige Bleibe, Bildung und Arbeit finden kann. Aber dafür braucht man Ressourcen. Und da braucht man eine klare Gegenüberstellung von dem, was man besitzt und von dem, was man nicht besitzt: Sätze wie: Es wird schon irgendwie gehen, oder, Wir schaffen das, sollen Mut machen. Aber auch Mut braucht ein starkes Fundament, sonst bricht das Mut-Gerüst irgendwann zusammen. Ich erlebe immer wieder, dass es auf Dauer eben nicht zu schaffen ist und das Menschen, wegen ihrer eigenen unbewussten Selbstüberschätzung, sich und andere ungewollt in Situationen bringen, die absehbar gewesen wären, sowohl in Familien als auch in der Politik. Es geht auch nicht nur darum, satt zu werden. Es geht um Bildung, echte Integration, eine Zukunft usw. Das Gute zu wollen, braucht mehr als nur guten Willen.

    Keiner kann autark aus sich selbst leben.. Wir in Deutschland erwirtschaften unseren Wohlstand zum großen Teil durch die Ausbeutung der Menschen in Süd-Ost-Asien. Gerecht ist hier nichts.

    Das bedürfnisorientierte und ressourcenorientierte Denken müsste zum Pflichtfach in Schulen werden, denn dann würde emotionale Erpressung und Übergriffigkeit nicht so stark sichtbar werden wie heute. Gegenseitiges Verständnis ist immer besser als ein Durchboxen von eigenen Idealen und Meinungen.

    Jetzt steht Frau Merkel wieder vor dem, was sie 2015 angestoßen hat und ich lese immer noch nichts darüber, dass sie ihre Ressourcen und deren Grenzen, einmal klar definiert und dies auch für die Menschen in anderen Ländern sichtbar macht. Hilfe zur Selbsthilfe vor Ort wäre dringend nötig und das die Ausbeutung der Wirtschaft weniger wird usw. Auch das sind große Ansprüche und es ist nachvollziehbar, dass das wiederum nicht einfach sein wird.

    Und das man Erdogan mit den über drei Millionen Flüchtlingen im Land, seinen gebrochenen Deal in der Flüchtlingskrise vorwirft, halte ich für eine einseitige Anprangerung. Auch wenn die Politik in der Türkei nicht das ist, was wir darunter verstehen und sie auch Schäden anrichtet, so ist das von der Flüchtlingskrise getrennt zu betrachten. Ich will Deutschland mal sehen, wenn hier über drei Millionen Flüchtlinge stranden, dazu noch Afghanen und Afrikaner, denn Asylanträge gibt es nicht in der Türkei. Diese hoffen weiter auf Asyl in Deutschland, nicht in der EU. Die Menschen halten immer noch Frau Merkels Namen hoch, auch noch nach fünf Jahren und das hat auch seinen Grund. Das hat, ob sie will oder nicht, einen religiösen Heils-Charakter. Arme und bedürftige Menschen leben von der Hoffnung und das sollte man nie unterschätzen.
    Jetzt erwartet Erdogan noch einmal bis zu drei Millionen Flüchtlinge. Ja, wie soll das denn gehen? Das er die Grenzen aufgemacht hat, weil man ihn nicht anhört, dass ist vielleicht nicht politisch korrekt, aber das was wir machen ist es auch nicht.