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Dräger rechnet mit längeren Lieferzeiten für Beatmungsgeräte

Krankenhausflur, über dts Nachrichtenagentur

Lübeck (dts Nachrichtenagentur) – Der Chef des Lübecker Medizintechnikherstellers Dräger, Stefan Dräger, rechnet mit längeren Lieferzeiten, sollte die Bundesregierung wieder Beatmungsgeräte bestellen wollen. Heute „wäre eine Lieferung wahrscheinlich nicht mehr so schnell möglich“, sagte er der Wochenzeitung „Die Zeit“. Die Bundesregierung hatte im März 10.000 Geräte bei Dräger bestellt, aber am Ende nur 1.557 davon abgenommen, wie das Unternehmen vor zwei Wochen mitteilte.

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„Seit Ausbruch der Pandemie produzieren wir am Anschlag“, sagte Dräger weiter. „Wir werden oft beschimpft, insbesondere von deutschen Kunden, die jetzt bestellen, bis zum März 2021 warten müssen und dadurch Fördergelder verlieren. Aber das müssen wir aushalten.“ Wem man neue Geräte liefere, mache man auch von der Not abhängig. „Und wir sehen, dass sie derzeit in Brasilien und Indien sehr groß ist, viel größer als hier.“ Die Entscheidung treffe am Ende der Vertriebsvorstand des Unternehmens zusammen mit den Kollegen vor Ort. „Da kann keine künstliche Intelligenz helfen, nur menschliche.“ Stefan Dräger sagte, er selbst habe dabei „ein gutes Gefühl – wie es auch ein Arzt hat, der zu einem Zugunglück gerufen wird“. Der verarzte so viele Menschen wie möglich und habe deswegen kein schlechtes Gefühl, selbst wenn er nicht alle retten könne. Mit Blick auf den Aktienkurs des Unternehmens sagte Dräger, „dass offenbar Spekulanten auf fallende Kurse unserer Aktien setzen – so als würde es sich bei unserer guten Entwicklung nur um ein Strohfeuer handeln“. Das sei nicht der Fall, das Unternehmen sei an der Börse eher unterbewertet. Womöglich sei es das Ziel der Spekulanten, die Firma „zum Ziel einer feindlichen Übernahme“ machen zu wollen.

Foto: Krankenhausflur, über dts Nachrichtenagentur

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