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DGB-Chef verlangt höheres Kurzarbeitergeld bereits ab erstem Monat

Flughafenarbeiter, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Reiner Hoffmann, hat die jüngsten Corona-bedingten Nachbesserungen der Bundesregierung beim staatlichen Kurzarbeitergeld als unzureichend kritisiert. Anders als von der Koalition kürzlich beschlossen, müssten die erhöhten Sätze beim Kurzarbeitergeld von Anfang an bezahlt werden und nicht erst nach mehreren Monaten, sagte Hoffmann den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwochsausgaben). „Der Lohnersatz von 80 Prozent muss ab dem ersten Monat gelten“, forderte der DGB-Chef.

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In Branchen, „die vollständig in Kurzarbeit sind, etwa im Tourismus, in der Gastronomie, zum Teil aber auch in der Industrie“, müssten die Beschäftigten derzeit „auf 40 Prozent ihres Nettoeinkommens verzichten. Das werden viele nicht verkraften“, warnte Hoffmann. Die gestaffelte Anhebung des Kurzarbeitergeldes komme dagegen für etliche Arbeitnehmer „viel zu spät“. Nach der Neuregelung erhalten Arbeitnehmer ab dem vierten Monat in Kurzarbeit 70 Prozent des ausfallenden Nettolohns beziehungsweise 80 Prozent ab dem siebten Monat. Für Beschäftigte mit Kindern liegt der Anteil jeweils um sieben Prozent höher. Voraussetzung für den Bezug des erhöhten Kurzarbeitergelds ist, dass die reguläre Arbeitszeit mindestens um die Hälfte verringert wurde. Die Bundesregierung habe „rasch und ambitioniert gehandelt“ und habe „Milliarden-Rettungsschirme für die Wirtschaft aufgespannt, damit die Unternehmen nicht abstürzen. Aber jetzt kommt es darauf an, dass die Beschäftigen nicht abstürzen“, sagte der DGB-Chef den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Er rief die Arbeitgeber dazu auf, „nicht nur staatliche Rettungsschirme in Anspruch zu nehmen, sondern auch dafür zu sorgen, dass die Einkommenseinbußen der Beschäftigten verringert werden“.

Foto: Flughafenarbeiter, über dts Nachrichtenagentur

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