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DGB: 3G am Arbeitsplatz unter Bedingungen

DGB-Logo, über dts Nachrichtenagentur

Düsseldorf (dts Nachrichtenagentur) – Die NRW-Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Anja Weber, rät dazu, den Druck auf Arbeitnehmer im Kampf gegen die Pandemie nicht zu stark zu erhöhen. „Wir sperren uns nicht gegen 3G am Arbeitsplatz, legen aber großen Wert darauf, dass man zunächst im öffentlichen Raum alle Möglichkeiten nutzt, um die Impfquote zu verbessern“, sagte Weber der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (Montagsausgaben).

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Zum Beispiel gelte das für 2G im Freizeitbereich. „Das wird die Impfquote massiv erhöhen, das sehen wir in Sachsen und Österreich.“ Es sei aber ein Riesen-Unterschied, „ob jemand eine Pizza essen möchte und nicht ins Restaurant darf, oder ob er seinen Lebensunterhalt verdienen muss und nicht mehr in den Betrieb darf“. 3G am Arbeitsplatz sei dann sinnvoll, wenn dabei wichtige Voraussetzungen erfüllt würden, so Weber: „Der Arbeitgeber muss die Tests zur Verfügung stellen und bezahlen. Es wäre unerhört, die Impfquote zu erhöhen, indem man die Menschen am Arbeitsplatz zahlen lässt. Und Arbeitnehmervertreter müssen mitbestimmen können, wer die Tests durchführt, wo das gemacht wird, was mit den Daten passiert und wie das Testen mit der Arbeitszeit verrechnet wird.“

Eine Impfpflicht für Beschäftigte lehnt der DGB in NRW „generell ab“, denn sie sei ein sehr weitreichender Eingriff. „Die Arbeit ist eine Existenzfrage, also müssen wir andere Wege gehen“, sagte die Gewerkschaftsbund-Vorsitzende.

Es dürfe auch keine Pflicht für Arbeitnehmer geben, den Impfstatus gegenüber dem Betrieb offen zu legen: „Wir wollen nicht, dass Ungeimpfte im Betrieb so massiv unter Druck gesetzt werden und solche Konflikte am Arbeitsplatz ausgetragen werden.“ Für das Homeoffice fordert der DGB in NRW einen „Ordnungsrahmen“. Weber nannte als Beispiele „das Recht auf Nichterreichbarkeit, Vergütung der tatsächlich geleisteten Arbeitszeit und das Recht auf einen gesunden Heim-Arbeitsplatz“.

Foto: DGB-Logo, über dts Nachrichtenagentur

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2 Kommentare

  1. Jo
    14. November 2021 um 20.32 — Antworten

    Es ist auch über die Art der Tests zu entscheiden. M. E. müsste auch ein „Spucktest“ ausreichend sein, da ein Test mittels Stäbchen im Rachenbereich einen Eingriff in die körperliche Unversehrtheit darstellt.

    • W. Lorenzen-Pranger
      17. November 2021 um 11.18 — Antworten

      Gabs nicht gerade irgendwo einen sehr seriösen Artikel darüber, daß mndestens fast fünfzig Prozent der Tests sowieso falsch positiv sind? Ich komm mit dem Lesen und abspeichern gar nicht mehr mit, so viel Kritisches kommt aus buchstäblich allen Ecken.

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