Chemiegewerkschaft fordert „großen Impf-Kraftakt“

Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer, über dts Nachrichtenagentur

Hannover (dts Nachrichtenagentur) – Der Vorsitzende der Chemiegewerkschaft IG BCE, Michael Vassiliadis, fordert einen „großen solidarischen Impf-Kraftakt“. „Wir waren die Schnellsten bei der Impfstoffentwicklung, drohen aber die Langsamsten bei der Verimpfung zu werden“, kritisierte er in der „Welt“.

„Schnellstmöglich müssen Hausärzte und Betriebsärzte eingebunden werden – und zwar ohne überzogene behördliche Gängelung. Man darf ihnen vertrauen: Impfen ist ihr Kerngeschäft“, so Vassiliadis. „Nur so können wir die Bevölkerung in der Breite impfen, wenn im April deutlich mehr Impfstoff zur Verfügung steht.“ Der Gewerkschaftschef drängt außerdem darauf, die Impfstoffproduktion in Deutschland auszubauen – auch wenn das erst im kommenden Jahr Wirkung zeigt. „Niemand kann heute seriös vorhersagen, wie lange die erste Generation der Impfstoffe schützt und welche Virusmutationen noch auf uns zukommen“, sagte Vassiliadis. „Impfen gegen Corona kann zur Daueraufgabe werden wie das Impfen gegen die Grippe. Dafür müssen wir uns in der Produktion rüsten.“ Die Bundesregierung hat angekündigt, die Impfstoffproduktion massiv hochzufahren, um unabhängiger von Lieferungen aus dem Ausland zu werden, und eine entsprechende „Taskforce Impfen“ ins Leben gerufen. „Ziel ist es, 2022 eine sichere Versorgung mit Impfstoffen ,made in Germany`, über eigene Produktionskapazitäten, zu haben“, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Andreas Feicht der „Welt“. „Die Aufgabe unserer Taskforce ist es, dafür zu sorgen, dass die Produktionskette bei Impfstoffen möglichst reibungslos läuft und frühzeitig zu helfen, wenn es irgendwo stockt“, so Feicht, der den Staatssekretärsausschuss leitet, dem die Taskforce zu berichten hat. Derzeit bremsen lange Genehmigungsverfahren und die weltweite Knappheit wichtiger Grundstoffe eine rasche Betriebsaufnahme großer Produktionswerke. Perspektivisch drohen zudem Engpässe bei Zulieferprodukten, die für die Abfüllung nötig sind.

Anzeige

„Injektionsfläschchen aus Glas, sogenannte Glasvials, sind ein unerlässlicher Teil der Produktionskette“, sagte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums. „Bei einem länger andauernden hohen Bedarf an Glasvials, beispielsweise auf Grund von Virus-Mutationen, kann ein Lieferengpass durch die Hersteller nicht ausgeschlossen werden.“ Das Ministerium prüft daher unter anderem, ein Förderprogramm zur Unterstützung der Produktion von Glasvials aufzulegen. Genehmigungsverfahren für Impfstoffproduktionen sind besonders aufwendig.

„Im Moment läuft das Zusammenspiel zwischen Behörden und Impfstoffproduzenten gut. In puncto Geschwindigkeit und Klarheit der Anforderungen ist dies das Level, das wir brauchen“, sagte Han Steutel, Präsident des Verbands forschender Arzneimittelhersteller, der „Welt“.

Foto: Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer, über dts Nachrichtenagentur

Mehr aus diesem Ressort
NachrichtenDröge verlangt Extra-Abgabe auf PrivatjetsNachrichtenFrei sieht keinen Koalitionsstreit um VergesellschaftungenNachrichtenNach PHP-Sicherheitslücke: Grüne wollen KI-Chefs haftbar machen
StartseiteKommentieren
Weitere Artikel
NachrichtenFrei lässt Aigner-Festlegung offenNachrichtenNRW-Wirtschaftsministerin kritisiert Audi-Chef DöllnerNachrichtenForsa: Union legt zu – Merz bleibt unpopulärBremenPolizei sucht Zeugen nach Angriff auf 78-Jährigen in LilienthalNachrichtenSoVD warnt vor neuer „Sparreform“ in der PflegeNiedersachsenVier Verletzte nach Verkehrsunfall in Wilhelmshaven

Anzeige

StellenmarktJobs in OldenburgAktuelle Stellenangebote aus Oldenburg und der Region.LokalesNachrichten aus OldenburgAlle Meldungen aus der Stadt auf einen Blick.Immer informiertWhatsApp-KanalDie wichtigsten Nachrichten direkt aufs Handy.MenschenOldenburger/in des MonatsJeden Monat ein besonderes Gesicht der Stadt.
Im FokusTopthemenKramermarktUOdMVerkehr
Social MediaFolge unsFacebookInstagramYouTubeTikTok