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CDU-Generalsekretär fordert „Wirtschaftswunder 2.0“

via dts Nachrichtenagentur

CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann fordert ein umfassendes Reformpaket der schwarz-roten Koalition. Nach dem Zweiten Weltkrieg habe es ein Wirtschaftswunder gegeben und Politiker, die dafür den Rahmen gesetzt hätten: „Heute brauchen wir ein Wirtschaftswunder 2.0“, sagte Linnemann den Sendern RTL und ntv.

Die Situation sei nicht direkt vergleichbar, auch heute sei aber ein großer Kraftakt nötig. „Das, was Gerhard Schröder gemacht hat bei der Agenda 2010 war ein kleiner Kraftakt im Vergleich zu dem, was jetzt passieren muss.“ Diesmal gehe es nicht nur um den Arbeitsmarkt, sondern auch um die Sozialversicherungen, hohe Arbeits- und Energiekosten sowie Bürokratie. „Und da braucht es ein Reformpaket.“ Bisher seien die Probleme in Deutschland schöngeredet worden. „Wir haben endlich einen Bundeskanzler, der das nicht schönredet, sondern sagt, es braucht eine Reformagenda.“

Linnemann forderte, die ab 2028 geplante Unternehmenssteuerreform auf 2026 vorzuziehen. Zudem müsse die Stromsteuer für alle Bürger gesenkt werden. Dies nicht getan zu haben, sei ein Fehler gewesen. „Dieser Fehler muss korrigiert werden, so schnell wie möglich.“ Er sprach sich auch für eine baldige Abschaffung der Bonpflicht für Firmen aus.

Der CDU-Generalsekretär forderte außerdem mehr Anreize für längeres Arbeiten. „Die Menschen müssen natürlich auch das Gefühl haben, dass es sich lohnt.“ Früher hätten die Bürger die Aussicht gehabt, sich Auto, Urlaub oder Haus leisten zu können, wenn sie mehr arbeiteten. „Da müssen wir heute auch wieder hinkommen.“ Mit Blick auf eine längere Lebensarbeitszeit sagte Linnemann: „Für mich gibt es keine Tabus.“

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Foto: via dts Nachrichtenagentur

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6 Kommentare

  1. Manfred Murdfield
    7. Januar 2026 um 12.13 — Antworten

    Wie sagte neulich Priol bei „Tilt 25“? Herr Linnemann sei das Einstecktuch von Kanzler Merz. Was an den Äusserungen im Artikel ist jetzt neu? Und angesichts der vielen, auch noch zu erwartenden Entlassungen ist die Aufforderung, länger zu arbeiten, ziemlich zynisch. Mit dem, was GS Linnemann da äussert, wird sich nichts verbessern, auch weil er selber es nicht kann.

  2. W. Lorenzen-Pranger
    7. Januar 2026 um 13.34 — Antworten

    Hätten wir, wenn nicht Firmenführungen rund zwanzig Jahre technischer Entwicklungen verpennt hätten – und nein, da kann die Politik gar nichts dran machen, schon gar nicht mit Subventionen, die den Tiefschlaf verlängern.

  3. W. Lorenzen-Pranger
    8. Januar 2026 um 11.20 — Antworten

    Nachschlag:
    „Wirtschaftswunder 2.0“? Weiß dieser Mensch überhaupt, was er da redet? Es war leicht etwas aufzubauen – wenn doch alles in Trümmern lag. Will er das nochmal, müßte er aber auch wieder erstmal alles kurz und klein schlagen, so daß sich die Frage stellt ob er einen Krieg will. Eins ist sicher bei dem: Kompetenz? Nein Danke!

  4. W. Lorenzen-Pranger
    9. Januar 2026 um 0.18 — Antworten

    Nochmal etwas grundsätzliches zum Thema „Wirtschaftswunder“, weil auch immer wieder Bewunderung für die aufkommt, die es „geschaffen“ haben. Machen wir uns nichts vor, das waren die, die vorher alles mit ihrem Hitler-Wahn ruinierten. Was es da zu bewundern gäbe erschließt sich mir nicht – und die heutigen Alten haben damit gar nichts mehr zu tun, ich kam in die Lehre in den 60-ern, da war das Wirtschaftswunder mitsamt Freßwelle längst durch und es zeigten sich schon da Probleme ab, die später zu den „68-ern“ führten, die in Wahrheit schon 67 ernsthaft begannen. Wir wollten die alten Nazis endlich loswerden…

    • Markus
      9. Januar 2026 um 17.50 — Antworten

      Das Wirtschaftwunder war durch, die Altnazis aber immer noch in Amt und Würden, bestens vernetzt und beschützt. Dagegen gab es nicht erst beginnend mit den 68ern Proteste. Die Ohrfeige von Beate Klarsfeld, die sie einem dieser Altnazis verpasste, die massiven Studentenproteste (unter den Talren Muff von tausend Jahren) bis hin zur Verhaftung und Exekution eines SS-Hauptsturmführers (vergleichbar Hauptmann, also kein Mitläufer, sondern aktiver Täter) durch die RAF. Auch ich durfte mich in der 2. Häfte der 70er noch mit Lehrern herumärgern, die ein entsprechendes Mindset hatten. War sehr unangenehm.

      • W. Lorenzen-Pranger
        9. Januar 2026 um 23.55 — Antworten

        Man man kann es nicht oft genug wiederholen, die Unionsparteien haben einen Alt-Nazi einmal zum Kanzler gemacht, in „der Wirtschaft“ saßen an den Schaltstellen und im Top-Management „ehemalige“ alte Kameraden. Erst mit den 70-ern starben die langsam weg – und danach verleugnete man jeden Bezug zu dieser Vergangenheit, dabei wird sie, diese Vergangenheit, heute wieder so deutlich wie lange nicht.
        Brecht hatte recht bis heute: „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch“.

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