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Bundespräsident gegen „Schuldzuweisungen“ wegen Corona-Toten

Friedhof, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat eine zurückhaltende Debatte in Zusammenhang mit den Corona-Toten angemahnt. „Sprechen wir über Schmerz und Leid und Wut, aber verlieren wir uns nicht in Schuldzuweisungen“, sagte Steinmeier laut vorab verbreitetem Redetext am Sonntag bei der zentralen Gedenkveranstaltung in Berlin.

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Stattdessen solle man „noch einmal Kraft für den Weg nach vorn, den Weg heraus aus der Pandemie“ gesammelt werden. Sonst bestehe die Gefahr, dass die Pandemie nicht nur die Menschen auf Abstand zwinge, sondern auch noch die ganze Gesellschaft auseinandertreibe. „Die Pandemie erinnert uns an etwas, das wir allzu gern verdrängen: dass wir verletzliche und sterbliche Wesen sind“, sagte Steinmeier. „Nicht alles lässt sich planen, berechnen, absichern und beherrschen. Wir haben nicht alles im Griff. Schon gar nicht den Tod.“

In sozialen Netzwerken war heftige Kritik an der Gedenkveranstaltung laut geworden. Unter dem Motto „Einkerzen“ wurde dazu aufgerufen, Tee- und Grablichter originalverpackt vor Regierungsgebäuden abzuladen, verbunden mit der Aufforderung: „Zündet eure Kerzen doch selber an“.

Laut RKI-Daten vom Sonntagmorgen gab es bislang in Deutschland 79.914 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus. Die wochendurchschnittliche Zahl der Toten pro Tag sank aber von 228 auf 223 Fälle. Eine dritte Welle ist bei den Corona-Todeszahlen bislang nur in geringem Ansatz erkennbar.

Foto: Friedhof, über dts Nachrichtenagentur

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