Kultur

Landesmuseum: Digitaler Neustart für Besucher

Dr. Ulrike Warnke (rechts), Direktorin des Landesmuseums Natur und Mensch Oldenburg, und Dr. Christina Barilaro, Stellvertretende Direktorin, Fachbereich Naturkunde, freuen sich, dass wieder Leben in ihrem Haus am Damm ist.

Dr. Ulrike Warnke (rechts), Direktorin des Landesmuseums Natur und Mensch Oldenburg, und Dr. Christina Barilaro, Stellvertretende Direktorin, Fachbereich Naturkunde, freuen sich, dass wieder Leben in ihrem Haus am Damm ist.
Foto: Volker Schulze

Oldenburg (vs) „Wir sind in der Digitalität angekommen“, sagt Museumsdirektorin Dr. Ulrike Warnke im Hinblick auf die Investitionen, die während der langen Schließzeit getätigt wurden. Als „Veränderung nach Innen“, beschreibt die Direktorin des Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg die genutzte Zeit vom Herbst bis jetzt, während kein Publikumsverkehr erlaubt war. Aus den geplanten 306 Ausstellungstagen wurden 2020 lediglich 212. Daraus ergibt sich ein Besucherrückgang von 60 Prozent.

Anzeige

Bei den zahlreichen Gästen am letzten Ausstellungswochenende der Sonderschau „Die dünne Haut der Erde – Unsere Böden“ sei zu spüren gewesen, dass die Leute wieder Lust auf Museum haben. „Es war sehr schön am vergangenen Wochenende wieder Kinderstimmen im Haus zu hören“, sagte Dr. Christina Barilaro, Stellv. Direktorin des Landesmuseums, Fachbereich Naturkunde. Aber auch wenn die Öffentlichkeit seit einer Woche wieder zugelassen ist, denken die Museumsverantwortlichen jetzt bei jeder Planung und Durchführung einer neuen Ausstellung daran, wie sie im Fall einer erneuten Schließung medientechnisch zu den Interessierten nach Hause gebracht werden kann.

Während der zweiten Schließung wurden in den Dauerausstellungen neue Touchscreens gegen die Geräte, die noch aus den 1980ern stammen, ausgetauscht. Der Audioguide wurde ebenfalls aufgerüstet und mehrsprachig eingerichtet. Die Besucherinnen und Besucher haben die Möglichkeit mit ihrem eigenen Smartphone oder Tablet durch die Museumsräume zu gehen. Eine Version in Gebärdensprache ist ebenfalls vorhanden. In den sozialen Medien sind die Ausstellungen ebenfalls verstärkt mit eigenen Videos zu erleben. Virtuelle Rundgänge sind im Angebot und geben einen Einblick in die Dauer- und Sonderausstellungen. Für die studierenden Gäste im Museum ist bereits WLan verfügbar, dass in Zukunft auch für alle Besuchergruppen nutzbar sein soll. Das Café wurde dafür in ein „Open Space“ umgestaltet, der als Treffpunkt und offener Arbeitsplatz genutzt werden kann. Der Museumsshop hat einen neuen Standort bekommen. Das dort angebotene Sortiment wird in Zukunft vermehrt auf Nachhaltigkeit umgestellt. Im Gebäude am Haus Damm 38 zeigt das Landesmuseum mit einer eigenen Schaufensterausstellung seit Dezember, wie die Rolle von Museen in der Zukunft gesehen wird.

Sonderausstellungen vom Eversten Holz bis zur Arktis

„Großstadt WILDNIS“

Vier Sonderausstellungen plant das Landesmuseum von Ende März bis zum April 2022. Dafür geht das Museum auch nach draußen in die Stadt. Überhaupt wollen die Museumsverantwortlichen vermehrt Außenräume wie Schlossgarten, Eversten Holz und die Innenhöfe des Museums am Damm für Ausstellungen und Veranstaltungen nutzen.

Gestartet wird am 27. März im Eversten Holz mit der Fotoausstellung „Großstadt WILDNIS“. Der Fotograf Sven Meurs hat sich dafür auf die Pirsch zwischen Hektik, Verkehr und Hochhausschluchten in den Großstädten Deutschlands begeben. Die Schau mit insgesamt 23 Fotografien ist frei zugänglich. Ein kleiner Teil der Fotos ist im Innenhof des Landesmuseums am Damm 46 zu sehen. Dieser etwas andere Blick auf deutsche Metropolen ist bis zum 31. Oktober zu sehen.

„Geheimnisvolle Bilderwelt der Steinzeit“

Vom 24. April bis zum 19. September zeigt das Landesmuseum die Sonderausstellung „Von Tieren, Menschen und anderen Wesen – Die geheimnisvolle Bilderwelt der Steinzeit“. Ruth Hecker, Fachfrau für Ur- und Frühgeschichte zeigt darin 100 Repliken von Skulpturen aus der Steinzeit, Höhlenmalereien auf Zementtafeln und Platten sowie Zeichnungen von Höhlenkunst.

„Polarnight 25/24“

Das Foto des Bremerhavener Forschungsschiffes „Polarstern“ der Fotografin Esther Horvarth ist Teil der Fotoschau „Polarnight 25/24“, die exklusiv im Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg zu sehen ist.

Das Foto des Bremerhavener Forschungsschiffes „Polarstern“ der Fotografin Esther Horvarth ist Teil der Fotoschau „Polarnight 25/24“, die exklusiv im Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg zu sehen ist.
Foto: Esther Horvarth

Die Arktis-Expedition „Mosaic“ des Bremerhavener Forschungsschiffes „Polarstern“ hat 2019 und 2020 international bei Forschern und in den Medien für Interesse gesorgt. Die Fotografin Esther Horvarth hat die Forschungsreise in das ewige Eis fotografisch begleitet. Für ihr Foto einer Eisbärin mit ihrem Jungen an der Forschungsstation wurde die gebürtige Bremerin mit einem „World Press Photo Award“ ausgezeichnet. Bei ihrer Reise ist die Fotoschau „Polarnight 25/24“ entstanden. Die Oldenburger Medienagentur „Mediavanti“ in Kooperation mit PhotoOp Mailand zeigt ihre Aufnahmen vom 8. bis zum 30. Mai exklusiv in Oldenburg.

„Mission 2030“

Zum Abschluss des Ausstellungsjahres 2021 ist vom 9. Oktober bis zum 18. April 2022 die interaktive Ausstellung „Mission 2030“ zu Gast im Landesmuseum Natur und Mensch. Gezeigt wird der Einfluss der nachhaltigen Entwicklungsziele auf unser Leben, die 2015 von den Vereinten Nationen verabschiedet wurden. Auf der multimedialen Reise durch Ägypten, Deutschland, Ghana, Guatemala, Kolumbien und Timor-Leste lernen die Besucherinnen und Besucher junge Menschen kennen, die aus ihrem Leben erzählen. Anschaulich stellen sie darin ihre persönliche Verbindung zu den Entwicklungszielen her. Die Ausstellung wendet sich besonders an das junge Publikum, das an zahlreichen Mitmachaktionen selbst aktiv werden kann.

Das komplette Ausstellungsprogramm und Informationen zur aktuellen Situation sind unter www.naturundmensch.de zu finden.

Vorheriger Artikel

Ministerpräsidenten wollen Forschung stärker ausbauen

Nächster Artikel

Bund und Länder einigen sich auf Corona-Härtefallhilfen