Kultur

Kultursommer: Von Pop bis Techno-Marching

Die Trapezartisten von Omnivolant haben schon im vergangenen Jahr die Besucher des Kultursommers begeistert.

Die Trapezartisten von „Omnivolant“ haben schon im vergangenen Jahr begeistert.
Foto: Jörg Hemmen

Oldenburg (am) Zum 39. Mal geht der Oldenburger Kultursommer (KuSo) in den Sommerferien an den Start. Vom 28. Juni bis zum 9. Juli bietet das Organisationsteam der Kulturetage ein buntgemischtes Programm mit Konzerten, Lesungen, Theaterstücken, Open-Air-Kino, Piratenspielfest, Museumstag und mehr. Im Mittelpunkt stehen erneut die Schlossplatzkonzerte unter dem Motto „umsonst und draußen“. Nach vier Jahren kommt zudem der internationale Tag „Global Lokal“ zurück. Anstelle des „freiGangs“ wird noch einmal die „Lamberti-Lounge“ eröffnet.

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Auftakt

Der diesjährige Kultursommer wird wieder von den Trapezartisten von „Omnivolant“ eröffnet. „Gravity is a Mistake“ heißt es am 28. Juni ab 19 Uhr (weitere Termine: 29. und 30. Juni, 18.30 Uhr). Anschließend bringt die zehnköpfige Formation von „Bixiga 70“ brasilianischen Flair auf den Schlossplatz. Mit Einflüssen aus Jazz und Funk Samba und Afrobeat sowie Elektronik und World läuten die Südamerikaner den Konzertreigen mit einem Tanzspektakel ein.

Schlossplatzkonzerte

Bei 21 Konzerte an zwölf Tagen werden insgesamt rund 120 Musiker aus zwölf Ländern von vier Kontinenten auftreten. Auftreten werden unter anderem „Girls in Airports“ (29. Juni, 20.15 Uhr, sphärischer, cineastischer, süffiger, nostalgischer Sound), „Turin Brakes“ (30. Juni, 20 Uhr, New Folk, Alternativ Pop), „Bukahara“ (1. Juli, 19.30 Uhr, lebensfroher Swing, Folk, Reggae, Jazz, Hip-Hop und Arabic-Balkan von vier Jazz-Musikern), „Meute“ (3. Juli, 19.30 Uhr. Techno-Marching-Band), „Yalta Club“ (4. Juli, Gute-Laune-Popsongs), „Sari Schorr & The Engine Room“, (5. Juli, 19.30 Uhr, hoch gelobte stimmgewaltige Blues-Rock-Röhre), „Helsinki-Cotonou Ensemble“ (6. Juli, 19.30 Uhr, Finnland trifft Benin, Trommel-Tradition trifft auf fetten Funk und modernen Jazz), „Tom Schilling & The Jazz Kids“ (7. Juli, 20.15 Uhr, Moritaten, Chansons), „La Chiva Gantiva“ (8. Juli, 19.30 Uhr, bunt und fröhlich aus Belgien und Kolumbien) und zum Abschluss spielen „Nubiyan Twist“ (9. Juli, 19.30 Uhr, Funk, Elections, Latinsound).

Im Vorprogramm, jeweils ab 19 Uhr, spielen „Mohammad Reza Mortazavi“ (29. Juni), „Anica Russo“ (30. Juni) und „Balbina & Band“ (7. Juli). „Harte Brocken“ kommen mit einer Straßenshow, die am 3., 4., 5. und 7. Juli jeweils um 19 Uhr beginnt. Das traditionelle Kinderkonzert bestreiten am 9. Juli ab 15.30 Uhr von den „Blindfischen“ und „Ratzfatz“.

Das Programm des KuSos hat der Musikchef der Kulturetage, Andreas Holtz, gestaltet. Seine diesjährige Lieblingsband: „Bukahara“ aus Deutschland. „Ihre Balladen rühren mich zu Tränen“, so Holtz.

Tipps der OOZ-Redaktion

„Meute“

Die Techno-Marching-Band Meute wird auf dem Oldenburger Kultursommer spielen.

Die „Meute“ ist eine Techno-Marching-Band.
Foto: privat

Wenn eine Blaskapelle Techno spielt, verspricht das ein besonderes Ereignis zu werden. Hier begegnen sich Computer und Handwerk, steriler Sound und wärmer klingende Bläser. „Meute“ war im vergangenen Festival-Sommer beispielsweise als Support für Jan Delay unterwegs.

„Turin Brakes“

Ein nicht unbekannter Name kommt mit den „Turin Brakes“ ins Spiel. Ihr Brit-Pop-Folk Music wird vermutlich zahlreiche Fans des Genres interessieren. Die vier Musiker werden ihr neues Album „Lost Property“ exklusiv im deutschen Festival-Sommer in Oldenburg vorstellen. Das Konzert wird von Nordwest-Radio live übertragen.

„Tom Schilling & The Jazz Kids“

Und ein alter Bekannter hat sich ebenfalls angekündigt: Tom Schilling. Nachdem der Schauspieler in Oldenburg für „Oh Boy“ mit dem German Independence Award des Internationalen Filmfestes Oldenburg ausgezeichnet worden war, begann die Erfolgsgeschichte des Films. Tom Schilling wurde mit dem Deutschen Filmpreis für die beste schauspielerische Leistung ausgezeichnet. Zum KuSo-Konzert bringt er „The Jazz Kids“ mit, die ihrerseits den deutschen Filmpreis für die beste Filmmusik in „Oh Boy“ gewonnen haben.

„Global Lokal“ auf dem Schlossplatz

In Oldenburg wohnen Menschen aus mehr als 140 Ländern, sie haben hier ihre Heimat gefunden. Bei „Global Lokal“ stehen sie im Mittelpunkt. Am 2. Juli stellen sich von 15.30 bis 22 Uhr verschiedene Selbsthilfeorganisationen, Camculta Oldenburg (Kamerunischer Kulturverein Oldenburg), Diwan (irakischer Kulturverein), Freundeskreis Sinti & Roma, Ibis, Integration e.V., Internationaler Frauentreff Dietrichsfeld, Maryam Moschee Oldenburg (Islamischer Kulturverein Oldenburg), Pro Connect, Radio Globale (oeins), Yezidisches Forum und andere vor. Es werden zudem kulinarische Spezialitäten aus aller Welt angeboten. Musikalische Darbietungen gibt es von Naji Khatari (Folklore aus dem Irak), Babak Moradi & Band (Rockmusik aus dem Iran) und Pascal Koulahi (Trommelmusik von der Elfenbeinküste). Ergänzend präsentiert der Verein für Jugendkulturarbeit die Theater-Ergebnisse des internationalen Kulturprojekts für Jugendliche: „Picture Tolerance“ im Kinderzelt auf dem Schlossplatz. Ab 19.30 Uhr spielen dann die Oldenburger Multi-Kulti-Bands „Honolulu Sisters“ und „Global Music Player Allstars“.

Lamberti-Lounge statt „freiGang“

Auch in diesem Jahr kommt der „freiGang“ hinter der Lamberti-Kirche nicht zurück. Noch einmal wird an dieser Stelle die Lamberti-Lounge errichtet. DJs legen am 30. Juni und 1. Juli sowie am 7. und 8. Juli von 20 bis 24 Uhr auf. Kulturetagenchef Bernt Wach berichtet, dass im Herbst Gespräche mit den „freiGang“-Organisatoren stattgefunden hätten. „Wir haben uns nicht über die Bedingungen einigen können, es besteht eine tiefe Kluft“, so Wach. Wegen der Absage aus finanziellen Gründen sei ein Graben entstanden, der bisher noch nicht überbrückt werden konnte. „Wir sind weiterhin offen und interessiert“, sagt Wach zum Thema „freiGang“.

Kinderprogramm

Neben dem Konzert mit den „Blindfischen“ und „Ratzfatz“ werden Auftritte des Kindertanztheaters „Dingilingi“, die Kreativbaustelle „Spielefeuerwehr“, Mitmach- und Zirkusaktionen und mehr auf dem Schlossplatz ab dem 29. Juni stattfinden. Am 8. Juli wird ein Flohmarkt von Kindern für Kinder veranstaltet. Mehr Informationen gibt es hier.

Internationaler Museumstag

Am Sonntag, 21. Mai, findet der 40. Internationale Museumstag statt. Von 10 bis 18 Uhr bietet das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg im Schloss, im Prinzenpalais und im Augusteum ein Programm mit Führungen und Mitmachaktionen an. Der Eintritt ist kostenfrei. Das komplett Programm ist unter www.landesmuseum-ol.de zu finden. Auch das Oldenburger Computermuseum öffnet an diesem Tag seine Türen.

Kultursommer Finanzierung

„Kultur hat Konjunktur“, freut sich Kulturetagenchef Bernt Wach. Als Beispiele nannte er den Kampf um die bau_werk Halle, der entbrannt sei, und gute Konzerte in der Weser-Ems Halle: So könne und werde es weitergehen, sagte er mit Blick auf den bevorstehenden Oldenburger Kultursommer. Aber die Sorgen um die Finanzierung treiben ihn um. Die Stadt Oldenburg als Auftrag- und Geldgeber fördert den KuSo mit 115.000 Euro (50 Prozent). „Alle Jahre wieder haben wir eine Auseinandersetzung über die Höhe des Zuschusses“, berichtet Wach. Aber er hoffe nun auf eine Erhöhung im kommenden Jahr, um die steigenden Kosten auffangen zu können. Dass das Niveau noch einmal in der gewohnten Qualität gehalten werden könne, habe man in erster Linie den Hauptsponsoren CEWE, Kulturstiftung der Öffentlichen Versicherungen und der Landessparkasse zu Oldenburg (LzO) zu verdanken, die in diesem Jahr 15 Prozent aufgesattelt hätten.

Mehr Informationen und das gesamte Programm www.kultursommer-oldenburg.de.

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