Kultur

TV-Dokumentation: Nicht nur für Auto-Fans

Dreharbeiten zur Dokumentation Made in Norddeutschland – Kult Karosse Karmann.

Dreharbeiten zur Dokumentation „Made in Norddeutschland – Kult Karosse Karmann“.
Foto: Filmteam Papstein

Osnabrück (am/pm) Das Fahrzeugmodell auf VW-Basis mit italienischem Design, der Karmann-Ghia, war Symbol der Sehnsüchte in der Nachkriegszeit. Filmstars wie Romy Schneider und Petra Schürmann fuhren einen Ghia. In zahlreichen Werbefotografien der Zeit war oft ein Karmann-Ghia als Blickfang abgebildet. Der NDR zeigt am Mittwoch, 12. Juli, 21 Uhr eine Dokumentation über die Osnabrücker Kult-Karosse. Produziert wurde der Fernsehbeitrag vom Filmteam Papstein aus Oldenburg.

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Zwischen 1955 und 1974 wurden rund 440.000 Stück vom Karmann-Ghia in unterschiedlichen Modellen verkauft. Die Käfer Cabriolets und die Karmann-Ghias aus Osnabrück waren Statussymbole des wirtschaftlichen Aufschwungs. Zwar hatten die Motoren des Ghias nur eine kleine Leistung, dennoch galten die sportlich anmutenden Fahrzeuge als Inbegriff von Eleganz. Die Dokumentation spürt dem Mythos Karmann-Ghia nach. Ehemalige Arbeiter, Manager und Motorfans erinnern an die Zeit, als Osnabrück in der Automobilbranche Weltruf genossen hat.

Zu Spitzenzeiten in den 1950er-Jahren arbeiteten bis zu 8000 Menschen bei Karmann. Die Liste der bei Karmann gebauten Karossen zeigt viele Klassiker der Autowelt auf: Golf- und Käfer-Cabriolet, BMW Coupé, Mercedes. Mit dem Ghia hat Karmann ganz große Geschichte geschrieben. Wer hier arbeiten durfte, hatte mehr als einfach einen Job, man war stolz auf die Autos.

Der Karmann-Ghia genießt noch heute Kultstatus.

Der Karmann-Ghia genießt noch heute Kultstatus.
Foto: Filmteam Papstein

Karmann machte sich aber nicht nur als Karossenbauer einen Namen, sondern auch als patenter Entwickler und Hersteller von Cabriolets anderer Marken. Das erste Patent für ein Faltdach wurde bereits 1913 angemeldet. Das große Know-how sicherte zunächst die Zukunft an allen Karmann-Standorten der Welt. Mit Beginn der Jahrtausendwende wurde es aber zusehends schwieriger, in einem Nischenmarkt wie der Fahrzeugveredelung finanziell zu bestehen. Der Preisdruck wuchs, frisches Geld für neue Entwicklungen war nicht mehr so leicht zu beschaffen. Das Unternehmen musste Insolvenz anmelden. Danach wurden die Sparten Karmanns, die noch wirtschaftlich arbeiteten, von VW übernommen. Auch heute noch werden, allerdings mit deutlich weniger Mitarbeitern, Autos in Osnabrück produziert.

Doch der Karmann-Mythos lebt weiter: bei den zahlreichen Fanclubs weltweit, auf ihren Treffen, ihren Rundfahrten und Stammtischen. Manchmal sieht man ihn noch fahren, den funkelnden Karmann-Ghia mit unermüdlich surrendem Motor und einem lächelnden Fahrer hinterm Steuer.

Der NDR zeigt die Dokumentation „Made in Norddeutschland – Kult Karosse Karmann“ am 12. Juli, 21 bis 21:45 Uhr in der Reihe „Unsere Geschichte“. Weitere Informationen zur Sendung gibt es unter www.ndr.de.

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