Kultur

Forschungsprojekt: Tischbein unter der Lupe

J.H.W. Tischbein, Die Stärke des Mannes, 1821, Landesmuseum Oldenburg.

J.H.W. Tischbein, Die Stärke des Mannes, 1821, Landesmuseum Oldenburg.
Foto: Sven Adelaide

Oldenburg (cb/pm) Das Oldenburger Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte widmet sich einem neuen Projekt. Die weltweit größte Sammlung des Oldenburger Malers Johann Heinrich Wilhelm Tischbein befindet sich im Museum. Das neue Projekt widmet sich nun erstmals der vollständigen Erforschung der Zeichnungen und Aquarelle des Künstlers. Im September startete das zweijährige Forschungsprojekt, das durch eine Förderung des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur ermöglicht wurde.

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Johann Heinrich Wilhelm Tischbein

Tischbein, auch „Goethe-Tischbein“ genannt, war von 1808 bis 1829 als Oldenburger Hofmaler des Herzogs Peter Friedrich Ludwig in Oldenburg und Eutin tätig. Sein 270. Geburtstag war am 15. Februar.

Die Sammlung

Neben den Werken, die aus der Zeit Tischbeins als Hofmaler stammen, befindet sich ein umfangreicher Teilnachlass des Malers in den Museumsbeständen, der in den 1980er-Jahren aus der Familie des Künstlers erworben werden konnte. Die Sammlung umfasst Zeichnungen, Aquarelle und Druckgrafiken des Künstlers – skizzierte Figuren, detaillierte Portraits, farbenfrohe Tierdarstellungen und Fabelillustrationen. Ergänzt werden die Zeichnungen von Blättern, die eng mit Texten Tischbeins und seiner Zeitgenossen verbunden in Alben zusammengestellt sind. Diese einmalige und bislang unbearbeitete Sammlung zeigt Tischbeins Arbeitsweise und seine facettenreichen Bildwelten.

J.H.W. Tischbein, Muschelformen als Tierköpfe gesehen, nach 1787, Aquarell, Landesmuseum Oldenburg.

J.H.W. Tischbein, Muschelformen als Tierköpfe gesehen, nach 1787, Aquarell, Landesmuseum Oldenburg.
Foto: Sven Adelaide

Das Projekt

Im Rahmen der wissenschaftlichen Bearbeitung werden zunächst Zuschreibungen überprüft, Motive identifiziert und Konvoluten zugeordnet, Datierungen vorgenommen, eine Verschlagwortung ergänzt, aber auch Maße genommen und Techniken bestimmt. Abschließend sollen die rund 1500 grafischen Arbeiten fotografiert und digitalisiert werden. Durch die Einordnung der Bestände werden dann erstmals die Werkzusammenhänge Tischbeins sichtbar und ein neuer Blick auf den Künstler und seine Leistungen ermöglicht.

„Für mich ist es ein besonderes Vergnügen mit den Zeichnungen und Aquarellen von Tischbein zu arbeiten, da man immer wieder neue Schätze entdeckt“, so Projektmitarbeiterin Dr. Stefanie Rehm. Die Kunsthistorikerin promovierte über Johann Heinrich Wilhelm Tischbein zum Thema „Tischbein und die Kunst des ‚Goldenen Zeitalters‘ – Rezeptionsgeschichte(n) um 1800“. Bevor sie 2020 für das Forschungsprojekt nach Oldenburg kam, war sie an der Kunsthochschule der Universität Kassel sowie in der Gemäldegalerie Alte Meister der Museumslandschaft Hessen Kassel tätig.

Weitere Informationen zum Forschungsprojekt gibt es unter www.landesmuseum-ol.de.

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