Festival

Oldenburg wird zur Tanz-Stadt

Heute wurde das Programm der 12. Internationalen Tanztage des Oldenburgischen Staatstheaters mit einem Tanztag, Partys und Workshops vorgestellt. Vom 17. bis zum 26. April werden zwölf Compagnien aus elf Ländern von drei Kontinenten Tanz in vielfältigen Formen präsentieren.

Ailey II.
Foto: Eduardo Patino

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Oldenburg/am – Die Festivalleiter Burkhard Nemitz und Antoine Jully sowie der Generalintendant des Oldenburgischen Staatstheaters, Christian Firmbach, haben heute das Programm der 12. Internationalen Tanztage vorgestellt. Vom 17. bis zum 26. April werden zwölf Compagnien aus elf Ländern von drei Kontinenten Tanz in vielfältigen Formen präsentieren. Sie treten im Großen und im Kleinen Haus sowie in der Exerzierhalle auf. Der Kartenvorverkauf für Abonnenten und den Mitgliedern des Freundeskreises hat bereits begonnen, der freie Verkauf beginnt am 30. Januar.

„Ich freue mich sehr, dass es gelungen ist, in unserer ersten Spielzeit die Internationalen Tanztage zu stemmen“, sagte Firmbach. Das Festival habe immer im zweijährigen Rhythmus stattgefunden und sollte nicht geschoben werden. Der Generalintendant betonte, dass er für die Tanztage mit einem bestehenden Budget gerechnet habe, das es aber nicht geben würde. Um so erfreuter sei, dass Sponsoren das Festival ermöglichen. Er habe überall offene Türen vorgefunden. „Ich bin überwältigt, wie solidarisch und lokalpatriotisch hier alle zusammenstehen“, so Firmbach, der trotz der Zuwendungen keine schwarze Null schreiben wird. Die 12. Internationalen Tanztagen kosten rund 200.000 Euro – so viel wie eine Oldenburger Theatersparte im Jahr. Es sei aber klar, dass die Oldenburger die Tanztage erwarten würden. Der Kartenvorverkauf zeigt es. „Da ist jetzt schon die Hölle los“, freut sich der Theaterchef.

Festivalleiter Burkhard Nemitz und Antoine Jully, Christine Hawighorst (CEWE), Annette Brockhoff-Ulken (Öffentliche Versicherungen) und Generalintendant Christian Firmbach freuen sich auf die 12. Internationalen Tanztage Oldenburg.

Festivalleiter Burkhard Nemitz und Antoine Jully, Christine Hawighorst (CEWE), Annette Brockhoff-Ulken (Öffentliche Versicherungen) und Generalintendant Christian Firmbach (von links) freuen sich auf die 12. Internationalen Tanztage Oldenburg.
Foto: Anja Michaeli

Auch Festivalleiter Burkhard Nemitz spürt die Verantwortung für das tradierte Festival. Gemeinsam mit Antoine Jully sei sechs bis sieben Mal mehr Compagnien gesichtet worden, bis das Programm stand. Sechs Deutschlandpremieren werden in Oldenburg stattfinden. Wichtiger sei ihm jedoch, so Nemitz, dass keine reinen Festivalproduktionen kommen. Deshalb habe es auch umfangreiche Prüfungen gegeben, ob die Aufführungen auf den Bühnen umgesetzt werden können. „Auf ein Generalthema haben wir verzichtet“, sagt Nemitz, „wir möchten lieber die Vielseitigkeit des Tanzes darstellen“. Um eine nachhaltige Wirkung herbeizuführen, würden die Compagnien Workshops für Anfänger und Fortgeschrittene veranstalten. „Die Compagnien freuen sich auf Oldenburg, auch wenn sie noch gar nicht wissen, wo Oldenburg ist. Das werden sie dann schon merken“, scherzt der Tanzchef. Die Oldenburger Compagnie wird nicht auftreten. „Uns kann man ja das ganze Jahr sehen. Wir wollen über den Tellerrand schauen und unsere Gäste begrüßen.“

Eröffnung – Compagnie Willi Dorner

Eröffnet werden die 12. Internationalen Tanztagen von der Compagnie „Willi Dorner“ aus Österreich mit einer Performance im öffentlichen Raum. „Fitting“ wird als Deutschlandpremiere aufgeführt. Jeweils vor den Vorstellungen von „Ailey II“ am 17. und 18. April werden die Tänzerinnen und Tänzer an ausgesuchten Gebäuden in der Innenstadt die bizarrsten Positionen einnehmen. Treffpunkt für die Zuschauer ist das Theatercafé. Das Finale wird voraussichtlich im Malersaal des Staatstheaters stattfinden.

Tanzkaraoke zur Eröffnungsparty im Glashaus

Willi Dorner von der gleichnamigen Compagnie bringt zur Eröffnungsparty Tanzkaraoke mit nach Oldenburg. Im Foyer des Oldenburgischen Staatstheaters können sich am Freitag, 17 April, 22 Uhr alle Tanzfreudigen bei freiem Eintritt an dem Spaß beteiligen. DJ Isamsoe und DJ Peter Pride moderieren die Show und spielen die Clips. Anschließend beginnt gegen 23.30 Uhr die Party.

LzO-Tanztag mit Oldenburger Akteuren

Ein Höhepunkt der 12. Internationalen Tanztage Oldenburg ist der LzO-Tanztag am 19. April, 15 bis 17 Uhr. In einer Werkschau werden fünf Ballettschulen und -gruppen ihre Leistung vorstellen. Erwartet werden rund 120 Kinder, die im Kleinen Haus des Oldenburgischen Staatstheaters kurze und längere Beiträge bestreiten. Der Eintritt ist frei.

Der Tag wird von der Compagnie Aaben Dans aus Dänemark mit ihrem Stück „Agian“ für Kinder ab sechs Monaten (11 Uhr, Exerzierhalle) und vom Théâtre de Suresnes Jean Vilar mit dem Theaterspaß „Schneewittchen und die sieben schlafenden Schweinchen“ (19 Uhr, Großes Haus) umrahmt.

Konzert „Me and My Drummer“

Im Hauptfoyer des Oldenburgischen Staatstheaters geben „Me and My Drummer“ (Charlotte Brandi und Matze Pröllochs) am 25. April, 21.15 Uhr, ein Konzert. Der Eintritt ist frei.

Abschlussparty

Die Abschlussparty am 25. April findet ebenfalls im Glashaus / Foyer statt. DJ Peter Pride legt Electro, Housesounds, Black, Hip Hop, Soul und Rock auf.

Tanztage: Die Compagnien

Ailey II – Alvin Ailey American Dance Theater

Diese Compagnie aus den USA hat Tanzgeschichte geschrieben. Seit 57 Jahren erzählen die Tänzer vom Leid und von der Lebenslust des schwarzen Amerikas. Es werden an zwei Abenden jeweils drei Stücke getanzt. Zum Abschluss bringen die zwölf Tänzerinnen und Tänzer „Revelations“, uraufgeführt 1960, auf die Bühne.

Malandain Ballet Biarritz

Aus Frankreich kommen die 20 Tänzer, die klassisch ausgebildet, aber durch die Arbeit mit Thierry Malandain zeitgenössisch geprägt sind. Gezeigt wird „Une Dernière chanson“ – ein leichtherziges und lebendiges Ballett. Das zweite Ballett des Abends heißt „Estro“ und ist eine Deutschlandpremiere. Schlussendlich wird zu Ravels „Boléro“ getanzt.

La Compagnie Momboye

Die Compagnie Momboye unter der Leitung des Ausnahmetänzers George Momboye bringt geballte Energie in die Tanztage. Er ist der Choreograf der weltberühmten Show „Afrika, Afrika“ und bedeutender Eröffnungszeremonien. Sein Tanzstück „Empreintes Massai“ (Fußabdrücke der Massai) orientiert sich an den schwungvollen Bewegungen der Massai-Tänzer.

Tanzcompagnie des Staatstheaters Braunschweig

Jan Pusch, von 2007 bis 2010 Choreographer in Residence am Oldenburgischen Staatstheater, zeigt sein Tanzstück „Figure Out“. Die Festivalleitung verspricht kraftvolle und dynamische Bilder im weißen, leeren Bühnenraum, eine Gesellschaft sprechender Körper.

Compagnie Peter Agardi

Die spanische Tanzcompagnie des Ungarn Peter Agardi kommt erstmals nach Deutschland. Agardi tanzte in der Compagnie Nacional de Danza, an der ungarischen Staatsoper, beim Ballet National de Marseille und im Het Nationale Ballet of Amsterdam, bis er 2003 seine eigene Compagnie gründete. Präsentiert werden „Racines“ (Wurzeln) und „Ecdysis“.

Can I Do This?

Auch die skandinavische Compagnie „Can I Do This?“ ist erstmals in Deutschland. Der Leiter Sigge Modigh ist auch einer der Akteure in „Short Stories“. Das Tanzstück wurde inspiriert von dem amerikanischen Film „Do The Right Thing“ (Spike Lee, 1989).

420People

Die Tschechen Nataša Novotná and Václav Kuneš gründeten 2007 die Tanzcompagnie „420People“. Ihre Stücke widmen sich dem zeitgenössischen Tanz mit mehr als einer Prise Improvisation. Sie kommen mit sechs Tanzstücken nach Deutschland.

Maura Morales

Die gebürtige Kubanerin Maura Morales, die auch schon am Staatstheater in Oldenburg getanzt hat, wird mit drei verschiedenen Arbeiten in Oldenburg vorgestellt. Die preisgekrönte Choreografin und Tänzerin stellt Frauen in den Mittelpunkt. „Sie zeichnet radikale und schonungslose Bilder, führt den Zuschauer mit ihren Stücken an die Abgründe der menschlichen Psyche“, so ist es in der Ankündigung zu lesen.

Stephen Shropshire

Der US-Amerikaner Stephen Shropshire choreografierte für zwei seiner ehemaligen Tänzer von Nord Nederlands Dans in Groningen einen Pas de deux: „My Everlasting“ – einen ausdrucksstarken Tanz, das Porträt eines Paares.

Aaben Dans

Die dänische Compagnie „Aaben Dans“ unter der Leitung von Thomas Eisenhardt bieten ein Tanzstück für Kinder ab sechs Monaten. „Es funktioniert“, sagt Antoine Jully, der sich das Spiel mit Musik, um Architektur und mit visuellen Effekten bereits angesehen hat – eine Welt aus Licht und Schatten.

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