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Website informiert über NS-Opfer

Das Schicksal der jüdischen NS-Opfer aus Oldenburg ist Gegenstand einer neuen Internetseite. Dazu haben die Autoren Jörg Paulsen und Ahlrich Meyer ihre damaligen Forschungsergebnisse aktualisiert, erweitert und für das Internet aufbereitet.

Online wurden die Fehler an der Gedenkwand korrigiert.
Foto: Anja Michaeli

Oldenburg (zb/pm) Das Schicksal der jüdischen NS-Opfer aus Oldenburg ist Gegenstand einer neuen Internetseite. Dazu haben die Autoren des 2001 erschienenen „Erinnerungsbuches“, Jörg Paulsen und Ahlrich Meyer, ihre damaligen Forschungsergebnisse aktualisiert, erweitert und für das Internet unter www.erinnerungsbuch-oldenburg.de aufbereitet.

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LzO Vorsorge

Im November 2013 wurde die „Gedenkwand zur Erinnerung an die jüdischen Opfer der Nationalsozialisten in Oldenburg“ vor dem Kulturzentrum PFL eingeweiht. Das große öffentliche Interesse und die kritische Diskussion, die dadurch ausgelöst wurden, waren Anlass für ein Angebot, das ergänzende Informationen zu den Lebens- und Leidenswegen der 167 auf dem Mahnmal genannten Todesopfer bereit stellt.

Die einzelnen von Meyer und Pausen zusammengestellten Biographien enthalten unter anderem Angaben zu Familienangehörigen und deren Schicksal, zu Berufen und Adressen sowie zu Verbleib und Verfolgungsgeschichte. Soweit auch die Quellen online zugänglich sind, wurden sie verlinkt. Neben dem namentlichen Zugang gibt es Register für die Oldenburger Wohnadressen, für die sonstigen Wohn- und Verfolgungsorte sowie für die Deportationen, mit denen die meisten der Opfer ab 1941 in die Ghettos und Lager im besetzten Osteuropa transportiert wurden.

Die „Gedenkwand“ war wegen der dort eingeschriebenen letzten Oldenburger Anschriften kritisiert worden, weil es sich dabei häufig um Zwangsadressen gehandelt habe. Online sind daher neben Zuzugs- und Fortzugsdaten zusätzlich auch alle anderen bekannten Meldeadressen und -zeiträume angegeben. Darüber hinaus werden die inzwischen entdeckten Detailfehler der „Gedenkwand“ berichtigt und sieben noch fehlende Todesopfer benannt.

Erstmals in dieser Form wird außerdem das Schicksal der 53 namentlich bekannten Kinder dargestellt, die zwischen 1937 und 1940 die jüdische Volksschule in Oldenburg besuchten. Sie war auf Initiative des letzten Landesrabbiners Leo Trepp eingerichtet worden und hatte als Schulbezirk das gesamte damalige Land Oldenburg. Von den über 20 Fahrschülerinnen und -schülern, die deswegen in Oldenburg zur Schule gingen, wurden ebenfalls später viele ermordet.

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