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Stadtgeschichte jetzt auch virtuell erleben

Auch diese Luftschutz-Apotheke in Form eines Koffers, die Andreas von Seggern vorstellt und die während des Krieges für jeden Haushalt Pflicht war, gehört zu den 100 Objekten, die in der Online-Ausstellung des Oldenburger Stadtmuseums zu sehen sind.

Auch diese Luftschutz-Apotheke in Form eines Koffers, die Andreas von Seggern vorstellt und die während des Krieges für jeden Haushalt Pflicht war, gehört zu den 100 Objekten, die in der Online-Ausstellung zu sehen sind.
Foto: am

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Oldenburg / zb – Rund 120.000 Objekte sind in den Depots des Stadtmuseums Oldenburg verwahrt. Sie alle der Öffentlichkeit zu präsentieren, ist aus Platzgründen schier unmöglich. „Gleichwohl hat die Öffentlichkeit einen Anspruch darauf zu erfahren, was wir alles besitzen“, meint Stadtmuseumsleiter Dr. Andreas von Seggern. Was lag da näher, als eine virtuelle Ausstellung zu konzipieren und zu gestalten. Ab sofort ist sie online zu sehen.

Anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Hauses heißt die Ausstellung „100 Jahre – 100 Objekte“ und vermittelt einen ersten Einblick in die vielfältigen Museumssammlungen. 100 ausgewählte Objekte wie Karten und alte Fotografien werden dabei in Beziehung zur wechselvollen Geschichte der Stadt gesetzt. „Es ist nicht unser Anspruch, Stadtgeschichte neu oder gar vollständig zu erzählen. Vielmehr werden die Besucher der Online-Präsentation zu einem ungezwungenen, optisch ansprechenden Ausflug in die Vergangenheit Oldenburgs eingeladen“, sagt von Seggern bei der Vorstellung der Online-Ausstellung.

Ausgesprochen benutzerfreundlich ist man mit wenigen Klicks mittendrin. Gegliedert in fünf Zeitabschnitte, wobei der Schwerpunkt aufgrund der Objektfülle auf der Zeit nach 1800 liegt, kann jede Epoche angeklickt werden. Im ersten Abschnitt von den Anfängen des Stadtmuseums bis 1810 finden die Ausstellungsbesucher alte Stadtpläne und bedeutende Objekte wie zum Beispiel das Oldenburger Richtschwert aus dem 15. Jahrhundert. Wer das Bild anklickt erfährt in einfachen Sätzen, worum es sich handelt.

In der Abteilung des 19. Jahrhunderts kann man sich durch Persönlichkeiten wie Peter Friedrich Ludwig und Königin Amalie klicken, etwas über die Glashütte oder die Casinogesellschaft erfahren. Im dritten Abschnitt, dem Aufbruch in die Moderne von 1900 bis 1919, befinden sich beispielsweise Abbildungen und Informationen über das Luftschiff Victoria Louise, das 1912 über Oldenburg flog und alle Blicke auf sich zog. Es wird zudem über den Ersten Weltkrieg mit seinen Folgen für die Stadt informiert.

„Der Weg in die Katastrophe (1921 bis 1945)“ informiert über die Inflationszeit, den frühen Aufstieg der Nationalsozialisten und Hitlers Besuch in Oldenburg 1931. Der fünfte Ausstellungsabschnitt „Zeitgeschichte (1945 bis heute)“ spannt schließlich einen Bilderbogen von der Nachkriegszeit mit Flüchtlingsproblematik und Bevölkerungszunahme über die Einführung des Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten, die deutsche Wiederbewaffnung, die Gründung der Oldenburger Universität bis zu Objekten, die erst vor kurzem Eingang in die Sammlung des Stadtmuseums gefunden haben.

Die Ausstellung „100 Jahre – 100 Objekte“ bildet den Auftakt zu einer in unregelmäßigen Abständen in den kommenden Jahren geplanten Folge weiterer Online-Präsentationen, die die umfangreichen Sammlungen des Stadtmuseums einer breiten Öffentlichkeit in einem neuen Licht zeigen sollen. Noch in diesem Jahr will das Stadtmuseum nachlegen. So sollen Karten und Pläne zur Geschichte der Stadt gezeigt werden, und eine dritte Ausstellung wird über Orden und Ehrenzeichen informieren.

„100 Jahre – 100 Objekte“ kann unter www.stadtmuseum-oldenburg.de/online-ausstellung besucht werden.

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