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Thomas Kossendey schlägt Alarm

Landschaftspräsident Thomas Kossendey lehnt eine Zentralisierung des Niedersächsischen Landesarchivs ab.

Landschaftspräsident Thomas Kossendey lehnt eine Zentralisierung ab.
Foto: Oldenburgische Landschaft

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Oldenburg (zb/pm) – In großer Sorge um den Fortbestand des Standortes Oldenburg des Niedersächsischen Landesarchivs hat sich Landschaftspräsident Thomas Kossendey an die oldenburgischen Abgeordneten des Niedersächsischen Landtags gewandt und um Unterstützung für einen Erhalt des Archivstandortes in Oldenburg geworben.

Die bereits begonnene Neuordnung des Archivwesens in Niedersachsen mit dem Projektnamen „Perspektive Niedersächsisches Landesarchiv 2020“ wird im Jahresbericht des Niedersächsischen Landesrechnungshofes 2013 begrüßt. Der Landesrechnungshof ist der Ansicht, das Niedersächsische Landesarchiv müsse seine „dezentrale Struktur überdenken“ und fordert eine weitere Aufgabenkonzentration auf einzelne Standorte und sogar eine Schließung einzelner Standorte.

Kossendey lehnt eine Zentralisierung in Hannover ab, weil sie den kulturellen und historischen Belangen des Oldenburger Landes klar entgegenstehen würden. „Das Flächenland Niedersachsen ist Summe seiner Teile und zeichnet sich durch seine historisch gewachsenen Regionen aus“, stellt er klar. „Die historische Überlieferung, die am Standort des Niedersächsischen Landesarchivs in Oldenburg bewahrt wird, ist unser oldenburgisches Erbe und ein wesentlicher Bestand unserer oldenburgischen Identität. Eine Abwanderung der Bestände aus Oldenburg ist auf keinen Fall hinnehmbar.“

Die Archivstandorte in Niedersachsen seien wesentliche Bestandteil des Selbstverständnisses der gewachsenen historischen Regionen und bewahren vor Ort das kulturelle Erbe. „Darüber hinaus beraten die Archive Kommunen, Heimatvereine, Heimatmuseen und Heimatbünde im Umgang mit deren kleineren Archiven und stärken das ehrenamtliche Engagement ganz direkt, indem sie Arbeitsmittel für regionale Forscher, z.B. Ortschronisten, vorhalten“, schreibt Kossendey an die Politiker.

Abgesehen davon würden die besorgniserregenden Konzentrationserscheinungen dem Artikel 72 der Niedersächsischen Landesverfassung widersprechen. Sie schwächten die regionale Identität, da das dort vorhandene kulturelle Erbe aus dem Bewusstsein verschwindet, wenn es zentralisiert und die Nutzung durch die Bürger erschwert werde, gibt der Landschaftspräsident zu bedenken. „Deshalb halten wir es für nötig, dass das Land Niedersachsen die regionale Aufstellung des Landesarchivs Oldenburg weiter entwickelt und stärkt, statt sie zu unterminieren.“

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