Region

Servus: Leckere Lederhosen erobern den Norden

Irmi und Khosro Barzinpour haben das Bayrische nach Ostfriesland gebracht.

Irmi und Khosro Barzinpour haben das Bayrische nach Ostfriesland gebracht. Neben der Präsentation auf der „Mohltied“ werden ihre Lederhosensemmeln auch beim ersten verkaufsoffenen Sonntag in Oldenburg, 7. April, angeboten.
Foto: Foto Erhardt

Oldenburg (am) Am Wochenende, 15. bis 17. März, findet in den Weser-Ems Hallen die Genussmesse „Mohltied“ statt. Rund 8000 Besucher werden erwartet, zirka 60 Aussteller haben sich angekündigt. Darunter: „Barzis Lederhosensemmel“. Das hört sich nicht nach einem regionalem Anbieter an, ist es aber. Denn der Erfinder des Leberkas in Brezn-Lederhosen ist Khosro Barzinpour, ein persischer Bayer aus Ostfriesland. Gemeinsam mit seiner Frau Irmengard führt er in der Auricher Innenstadt einen Lederhosensemmel-Imbiss und ein bayrisches Wirtshaus.

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Khosro Barzinpour, früher Fotograf, heute Gastronom, hat viele Hochs und Tiefs erlebt. Jetzt meistern er und seine Irmi ihr Leben in Aurich – mit dem Verkauf von Leberkas in Lederhosen aus Laugenteig. Aber bis dahin war es ein weiter Weg für die beiden sympathischen Wirtsleute: 1985 ist Barzinpour während des ersten Golfkriegs aus Teheran nach Deutschland geflüchtet. In Bayern hat er seine Frau Irmengard kennengelernt und eine Familie gegründet. Sie hat in der Pflege gearbeitet, während er im Laufe der Jahre als Fotograf drei Fachgeschäfte eröffnet hat. „Das Ende kam mit der Digitalfotografie“, erzählt der 59-Jährige. Durch die Insolvenz hat die Familie Haus und Hof verloren. „Wir waren ganz am Ende“, erinnert sich Irmengard. Damals haben sie jeden angebotenen Job angenommen. Durch die Koch- und Backkünste seiner Frau, die 2007 als Gag für eine Weihnachtsfeier Lebkuchen in Lederhosenform gebacken hat, kam ihm die springende Idee. Eine Lederhose aus Laugenteig gefüllt mit Leberkas sollte es sein, ein Geheimrezept in drei Varianten aus besten Zutaten wurde entwickelt.

Mit einem Stand in der Münchener Schrannenhalle am Viktualienmarkt kam der Erfolg. Als nach vier Jahren alle Mieter der Halle gekündigt wurden, wollte Barzinpour enttäuscht ein ganz neues Kapitel an anderer Stelle aufschlagen. 2016 ging es für seine Lederhosen in Ostfriesland weiter. Mit dem Imbiss „Barzis Lederhosnsemmel“ in der Auricher Innenstadt fing alles an. „Es ist, als ob man Grünkohl in München verkauft“, lacht Khosro, der das Besondere anbieten wollte. Nach kurzer Zeit konnten sie das „Barzis im Knodtschen Haus“ eröffnen, ein bayrisches Wirtshaus mit Biergarten in einer traditionsreichen Sehenswürdigkeit am Marktplatz. Hier hat die süddeutsche Lebensart ein Zuhause gefunden. Seine Lederhosen gibt es aber auch bei traditionellen Festen, auf Jahrmärkten oder eben auf Messen – an einem Stand in Lederhosenform. Oktoberfest, Christkindlmarkt und andere bayerische Feste gehören seitdem zu Aurich wie der Pinkel zum Grünkohl. „Wir haben so viele neue Freunde gefunden“, strahlt Khosro, der sich als Möchtegern-Ostfriese bezeichnet. Er habe sich in Land und Leute verliebt. Und es bleibt weiter spannend, denn an neuen Plänen fehlt es dem persisch-bayrischen Neu-Ostfriesen nicht.

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