Ammerland

Erste Jugendforensik in Niedersachsen eröffnet

Architekt Jörg Schneider überreichte Sozialministerin Cornelia Rundt sowie Annette Claßen, Bettina Hackenbroch-Hicke, im Beisein von KJK-Geschäftsführer Axel Weber und Jörg Bensberg den symbolischen Schlüssel für die Jugendforensik der Karl-Jaspers-Klinik.

Architekt Jörg Schneider (2. von links) überreichte Sozialministerin Cornelia Rundt (links) sowie Annette Claßen, Bettina Hackenbroch-Hicke, im Beisein von KJK-Geschäftsführer Axel Weber und Jörg Bensberg (von links) den symbolischen Schlüssel für die Jugendforensik.
Foto: Anja Michaeli

Bad Zwischenahn (zb) – Heute hat Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) in Bad Zwischenahn im Landkreis Ammerland die erste Jugendforensik in Niedersachsen eröffnet. 7,9 Millionen Euro hat der Neubau gekostet. In der neuen Einrichtung der Karl-Jaspers-Klinik (KJK) werden junge Menschen im Alter von 14 bis 24 Jahren auf zwei geschlossenen Stationen mit insgesamt 24 Betten untergebracht. Zudem sind in der Jugendforensik 40 neue Arbeitsplätze entstanden.

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Es ist das erste und einzige psychiatrische Fachkrankenhaus in Niedersachsen, das die Behandlung von psychisch kranken Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter fachärztlich jugendpsychiatrischer Leitung anbieten kann. Es handelt sich dabei um Maßregelvollzug für junge Straftäterinnen und -täter, die wegen einer psychischen Erkrankung vermindert schuldfähig sind und die hier aufgrund richterlicher Entscheidungen einige Jahre ihres Lebens verbringen müssen. Zurzeit gibt es nur in Moringen die Möglichkeit, 16- bis 21-jährige Patienten zu behandeln.

Der lichtdurchflutete eingeschossige Neubau ist mit der bereits bestehenden Erwachsenen-Forensik verbunden, weil auch dort strenge Auflagen zur Lockerung des Ausgangs bestehen. Somit können die täglichen Wege der Patienten unter anderem in die Arbeitstherapie oder zur Sporthalle innerhalb von gesicherten Gebäuden stattfinden. Die Stationen verfügen über eigene Gärten mit direktem Zugang. Zentrale und großzügige Aufenthaltsbereiche ersetzen klassische Stationsflure.

Ärzte, Psychologen, Therapeuten und Sozialarbeiter der Erwachsenen-Forensik in der KJK erstellten gemeinsam ein umfassendes Behandlungskonzept. Dabei wurden Erfahrungen von anderen forensischen Einrichtungen im Bundesgebiet und deren Konzepte in das neue Projekt mit eingebunden. „Ich freue mich, dass wir jetzt eine eigenständige Einrichtung für Jugendforensik haben, die an die KJK angebunden ist“, so Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt, die von einem anspruchsvollen Projekt sprach, „das bundesweit seinesgleichen sucht.“ Im Fokus der pädagogisch-therapeutischen Behandlung stehe die Resozialisierung, stellte sie klar.

Ziel der Behandlung sei es, den Jugendlichen und Heranwachsenden wichtige Handlungskompetenzen und moralische Kompetenzen zu vermitteln, um eines Tages die Forensik verlassen und ein verantwortungsbewusstes Leben führen zu können, ergänzte Dr. Bettina Hackenbroch-Hicke, Leitende Ärztin der Jugendforensik.
Ihre Kollegin Dr. Annette Claßen, Klinikdirektorin für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie, betonte, dass Erwachsenen- und Jugendforensik intensiv zusammenarbeiten, sich austauschen und gemeinsam weiterbilden würden.

Jörg Bensberg, Aufsichtsratsvorsitzender des Psychiatrieverbundes Oldenburger Land, sprach von einem besonderen Ereignis, denn nicht jedes Bundesland verfüge über eine solche Einrichtung. Es sei die zehnte bundesweit. Zudem hob er die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit der KJK mit dem Land Niedersachsen seit der Privatisierung der Klinik vor zehn Jahren hervor und sprach von einer Win-Win-Situation.

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