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FSJ feiert 50. Geburtstag mit Aktionstag

Sebastian Fröhlich, Fenni Lambers, Anne Brandt, Angela Lerch-Tautermann, Frank Tönnjes und Maren Kiel vom LAK laden zum FSJ-Aktionstag in der Oldenburger Innenstadt ein.

Sebastian Fröhlich, Fenni Lambers, Anne Brandt, Angela Lerch-Tautermann, Frank Tönnjes und Maren Kiel (von links) vom LAK laden zum FSJ-Aktionstag ein.
Foto: Katrin Zempel-Bley

Oldenburg (zb) 50 Jahre freiwilliges soziales Jahr (FSJ) ist für den Landesarbeitskreis „Freiwilligendienste Niedersachsen“ (LAK), dem Zusammenschluss aus verschiedenen Trägern der Wohlfahrtsverbände, Grund genug zu feiern.

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Am Freitag, 16. Mai, ab 13 Uhr werden rund 300 FSJler in Oldenburg am Lefferseck an Ständen vertreten sein, um Spiel, Spaß und Informationen zu bieten. Sie vertreten die Oldenburgisch-Ostfriesische Arbeitsgruppe des LAK. Ob ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr bzw. Bundesfreiwilligendienst, im Jubiläumsjahr beschäftigen die Träger des LAK Niedersachsen fast 3000 Jugendliche und junge Erwachsene.

Ihre Motivation ist unterschiedlich, berichtet Fenni Lambers von der Diakonie im Oldenburger Land. „Die einen wollen nach der Schule unbedingt etwas Praktisches tun, andere wiederum wollen sich beruflich orientieren. Aber fast alle wachsen in dem einen Jahr über sich hinaus“, sagt sie. Zwar ist ein Großteil sozial orientiert, dennoch haben nicht alle vor, im sozialen Bereich beruflich tätig zu sein. Sie wollen neue Erfahrungen machen, sich für andere engagieren. Egal, welche Motivation, sie alle lernen viel, legen Vorurteile ab und werden sicherer im Umgang mit Menschen, lautet das einhellige Urteil der Träger.

Sebastian Fröhlich von der Ostfriesischen Beschäftigungs- und Wohnstätten Gesellschaft in Emden war selbst mal FSJler und wollte ursprünglich nicht in den sozialen Bereich. „Nach dem Jahr war für mich klar, dass ich in dem Bereich bleibe“, berichtet er. Wie ihm geht es rund 80 Prozent aller FSJler. Und was wären die Einrichtungen ohne sie? „Es würde uns natürlich geben“, sagt Anne Brandt vom AWO-Bezirksverband Weser-Ems. „Aber bestimmte Angebote könnten wir in den Einrichtungen nicht machen.“

FSJler sind nicht dazu da, Planstellen einzusparen. Sie unterstützen das qualifizierte Personal, so dass auch mal Zeit vorhanden ist, um Menschen vorzulesen, mit ihnen zu spielen, spazieren zu gehen oder zu musizieren, was gerne angenommen wird. „Ganz wichtig am FSJ ist die vorgeschriebene pädagogische Begleitung“, findet Lambers. „Die jungen Leute sollen einen echten und tiefen Einblick bekommen.“ Umgekehrt sind sie vollkommen unbefangen, haben keine Berufserfahrungen und deshalb auch nicht betriebsblind“, berichtet Brandt. „Das ist wertvoll für uns, weil sie auf Dinge aufmerksam machen, die ihnen auffallen und uns nicht mehr.“

Tatsächlich ist das FSJ kein Selbstläufer. Die Träger gehen in Schulen und werben für dieses Jahr. Bei den Schülern kommt es an. Zumal immer mehr Arbeitgeber aber auch Hochschulen gesteigerten Wert auf soziale Kompetenzen legen und ehrenamtliche Arbeit. „Für einige ist das FSJ mehr wert als ein Jahr im Ausland“, ist Maren Kiel vom DRK-Landesverband Oldenburg überzeugt. Ihr selbst sei es auch so gegangen.

Frank Tönnjes vom Katholischen Freiwilligendienst im Oldenburger Land hofft, dass künftig mehr junge Männer beim FSJ mitmachen, denn bislang sind es nur ein Drittel. Und wenn Eltern meinen, das FSJ wäre ein verlorenes Jahr, dann haben Angela Lerch-Tautermann und ihre Kollegen dafür kein Verständnis. „Selbst wenn die jungen Leute anschließend Ingenieure werden, ist diese Erfahrung in einer sozialen Einrichtung für das ganze Leben wertvoll. Und manch einer wird hier erst so richtig emotionalisiert“, ergänzt Tönnjes.

Am Freitag, 16. Mai, spielt am Lefferseck eine Schulband, es gibt ein Schwungtuch und Kinderschminken, es geht um Selbsterfahrung, indem die Leute Rollstühle ausprobieren und in Spezialanzüge schlüpfen dürfen, die Alter suggerieren wie z.B. steife Gelenke. Darüber hinaus wird rund um das FSJ informiert und die Akteure selbst stehen für Fragen zur Verfügung.

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