300 Nistkästen für mehr Artenschutz

Rüdiger Wohlers (NABU), Jörg Grützmann (Ornithologische Arbeitsgemeinschaft), Gabriel Kaya (Fachdienst Stadtgrünpflege) und Rolf Grösch (NABU) bauten die ersten Nistkästen im Drögen-Hasen-Weg an.

Rüdiger Wohlers (NABU), Jörg Grützmann (Ornithologische Arbeitsgemeinschaft), Gabriel Kaya (Fachdienst Stadtgrünpflege) und Rolf Grösch (NABU) bauten die ersten Nistkästen im Drögen-Hasen-Weg an.
Foto: Sascha Stüber

Oldenburg (am/ki/pm) Die Stadt Oldenburg hängt in den kommenden Wochen und Monaten 300 Vogelnistkästen im Stadtgebiet auf. Die Maßnahme ist Teil des Programms zum Label „StadtGrün naturnah“.

Ziel ist es, die Artenvielfalt zu fördern und den Eichenprozessionsspinner auf natürliche Weise einzudämmen. Unterstützt wird die Stadt vom NABU Oldenburg. Die Kästen entstehen in den Werkstätten der Justizvollzugsanstalt in Kreyenbrück.

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Auftakt im Stadtnorden

Beginn der Maßnahme war am Dienstag, 24. Februar, im Drögen-Hasen-Weg. Ein Großteil der Kästen soll noch vor Beginn der Brut- und Setzzeit angebracht werden. So können Vögel die Nisthilfen bereits in diesem Jahr nutzen. Zunächst konzentriert sich die Stadt auf Bereiche mit vielen Eichen. Im Fokus stehen Wallhecken und Straßenbäume in den nördlichen Stadtteilen Ofenerdiek und Etzhorn.

Zusammenarbeit mit dem NABU

Die Stadt arbeitet bei der Aktion mit dem NABU Oldenburg zusammen. Die Ornithologische Arbeitsgemeinschaft Oldenburg bringt ihr Wissen über geeignete Brutbäume ein. Gemeinsam bringen die Beteiligten die Kästen an städtischen Eichen an.

Doppelte Wirkung

In Städten fehlen zunehmend alte Bäume mit Höhlen sowie Nischen an Gebäuden. Nistkästen ersetzen diese Brutplätze und bieten Vögeln Schutz für Aufzucht und Überwinterung. Später sollen auch Fledermauskästen folgen.

Viele heimische Vogelarten fressen Insektenraupen. Besonders Meisen vertilgen auch Raupen des Eichenprozessionsspinners. Ein Meisenpaar frisst pro Saison bis zu 17 Kilogramm der Raupen. Ein Großteil der Kästen ist deshalb auf Meisen abgestimmt. Ziel ist es, das ökologische Gleichgewicht zu stärken und den Einsatz chemischer Mittel zu vermeiden.

Gefahr durch Eichenprozessionsspinner

Der Eichenprozessionsspinner breitet sich seit mehreren Jahren aus. Milde Winter und warme Frühjahre begünstigen die Entwicklung. Die Raupen tragen feine Brennhaare mit einem Nesselgift. Bei Kontakt können Hautreizungen, Augenentzündungen oder Atemwegsbeschwerden auftreten. Die Stadt setzt daher auf die Förderung natürlicher Feinde.

Verdachtsfälle an städtischen Bäumen nimmt das ServiceCenter unter 0441 2354444 entgegen. Informationen stehen unter www.oldenburg.de/umwelt bereit.

Label „StadtGrün naturnah“

Das Projekt ist Teil des Maßnahmenplans zum Label „StadtGrün naturnah“. Die Stadt bewarb sich 2024 um die Zertifizierung und erhielt im September 2025 die Auszeichnung in Silber. Das Label gilt drei Jahre. Eine lokale Arbeitsgruppe begleitet die Umsetzung weiterer Schritte. Informationen stehen unter www.oldenburg.de/stadtgruen-naturnah sowie auf www.kommbio.de/label.

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