Oldenburg

Oldenburgs Luftbelastung immer noch über dem Grenzwert

In Oldenburg wird weiterhin der Immissionsgrenzwert überschritten.

In Oldenburg wird weiterhin der Immissionsgrenzwert überschritten.
Foto: Anja Michaeli

Hannover (am/pm) Der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies freut sich über die aktuellen Messergebnisse der Luftqualitätsüberwachung 2017. Sie würden Anlass zu Optimismus geben. Durch die Verbesserung der Luftqualität könnten Fahrverbote für Dieselfahrzeuge verhindert werden, schätzt der Minister und fordert noch einmal Hardware-Nachrüstungen. Allerdings wurden in Oldenburg weiterhin Überschreitungen des Immissionsgrenzwertes verzeichnet – und das wird auch bis 2019 so bleiben.

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Die Stickstoffdioxidbelastung ist in Braunschweig, Göttingen, Hameln, Hannover, Hildesheim, Oldenburg, Osnabrück und Wolfsburg im letzten Jahr zurückgegangen. Im Vergleich zum Vorjahr sank die durchschnittliche NO2-Belastung an allen 14 Verkehrsstationen im Schnitt um 3,7 µg/m³ und sank damit deutlicher als im Bundesvergleich (Rückgang 2 µg/m³). Überschreitungen des gültigen Immissionsgrenzwertes von 40 µg/m³ wurden allerdings noch in Hannover (48 µg/m³), Hildesheim (42 µg/m³), Oldenburg (49 µg/m³) und Osnabrück (46 µg/m³) registriert. Kontrolluntersuchungen möglicher weiterer Hotspots in kleineren Städten ergaben bisher keine Hinweise auf Grenzüberschreitungen.

„Die Ergebnisse zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg, aber noch nicht am Ziel sind. Im Verkehrssektor muss unbedingt etwas geschehen, wenn wir unsere Klimaziele erreichen, Schadstoffausstöße reduzieren und auch Fahrverbote vermeiden wollen“, so Umweltminister Olaf Lies. Er fordert eine Intensivierung der Förderprogramm für die Umrüstung und Umstellung der Busflotten, Nachrüstung für Diesel-Pkw, mehr Carsharing und neue Logistikkonzepte. „Daneben brauchen wir eine gute Fahrradinfrastruktur und intelligente Verkehrslenkungen. Gerade die Ampelsteuerungen in den Städten sind viel zu unflexibel und zu wenig auf den fließenden Verkehr ausgerichtet“, sagt Lies. Und zum kostenlosen Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV): „Zur Attraktivitätssteigerung des ÖPNV müssen wir ländliche Räume besser anbinden und für eine bessere Taktung sorgen. Nur dann haben auch Pendler einen Grund auf den ÖPNV umzusteigen. Und nur dann wird es uns auch gelingen, die Verkehrsdichte in den Städten deutlich zu reduzieren.“

Welchen Einfluss Software-Updates und Umstiegsprämien auf die Stickstoffdioxidbelastung in den betroffenen niedersächsischen Kommunen haben können, zeigen Modellrechnungen. Dabei wurden die Auswirkungen der allgemeinen Flottenerneuerung, Software-Updates und Umstiegsprämien auf die Stickstoffdioxidimmissionen quantifiziert. Ergebnis: In 2019 wird es wahrscheinlich nur noch in Hannover, Oldenburg und Osnabrück an einzelnen Straßenabschnitten zu Stickstoffdioxid-Grenzwertüberschreitungen kommen. In den übrigen Städten werden voraussichtlich die Grenzwerte eingehalten.

„Die Ergebnisse zeigen, dass Software-Updates und Flottenerneuerungen durchaus bereits in kurzer Zeit in einen gewissen Umfang zu einer besseren Luftqualität in unseren Städten beitragen können. Aber sie reichen nicht aus: Wir brauchen auch Hardware-Nachrüstungen für Kraftfahrzeuge mit hohen Stickoxidemissionen“, betont Lies. Der Bund müsse dringend rechtliche Fragen zu Zulassung, Gewährleistung und Kostenübernahme klären. Aber auch die Hersteller seien in der Pflicht und dürften sich nicht hinter Minimallösungen verstecken. „Wenn wir Fahrverbote verhindern wollen, müssen wir schnellstmöglich klotzen und nicht kleckern. Und es darf nicht dazu kommen, dass am Ende Dieselfahrer und dabei vor allem Pendler die Gestraften sind und nicht mehr in die Städte dürfen. Diese Kunden haben sich ein CO2-armes Fahrzeug angeschafft, um auch etwas für die Umwelt zu tun. Jetzt sind die Hersteller auch in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass auch mit diesen Fahrzeugen die Einhaltung der Stickstoffdioxidemissionen sichergestellt wird. Entsprechende technische Lösungen sind möglich“, so Lies.

Den Bund forderte Lies erneut auf, sein Soforthilfeprogramm zur Luftreinhaltung finanziell aufzustocken und nicht nur für ein Jahr, sondern für zehn Jahre zu zahlen. „Wenn wir die Verkehrsinfrastruktur in den Städten flächendeckend nachhaltig verbessern wollen, dann benötigen wir deutlich mehr Geld, als vom Bund vorgesehen. Dafür brauchen wir in den nächsten zehn Jahren bis zu 50 Milliarden“, sagte Lies.

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