Holocaustüberlebende warnt vor AfD

Foto: via dts Nachrichtenagentur
Zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt warnt die Holocaustüberlebende Henriette Kretz vor einem Erstarken der AfD. „Was ich von dem verstehe, was diese Partei will, erinnert mich an damals“, sagte die 91-Jährige mit Blick auf die AfD dem Spiegel, der das Zitat am Wahltag veröffentlichte. „Ich weiß, wohin so etwas führt“, sagte die Frau demnach weiter.
Kretz ist aus ihrer Heimat Antwerpen nach Magdeburg gereist. Dort sprach sie am Samstag bei einer Demonstration auf dem Domplatz vor mehreren Tausend Menschen. Eingeladen worden war sie vom Bistum Magdeburg.
Als Neunjährige verlor Kretz ihre Eltern während der nationalsozialistischen Verfolgung. Eine katholische Nonne versteckte das Mädchen anschließend und rettete ihr das Leben.
Kretz betonte, sie wolle den Menschen in Sachsen-Anhalt keine Wahlempfehlung geben. „Ich komme nicht nach Magdeburg, um den Menschen zu sagen, was sie wählen sollen“, sagte sie. Sie könne niemandem sagen, was er machen oder wählen solle. Sie könne nur erzählen, was sie gesehen habe.
Kretz warnte davor, Menschen in Gruppen einzuteilen und ihnen unterschiedliche Wertigkeit zuzuschreiben. „Dass wir Menschen nicht in Rassen einteilen dürfen. Nicht in Gruppen, die mehr wert sind als andere“, sagte sie. „Wir sehen unterschiedlich aus, wir haben unterschiedliche Kulturen – und das ist ein Geschenk.“
Die 91-Jährige zeigte sich besorgt über das Erstarken des Rechtsextremismus. „Nicht nur in Europa, auf der ganzen Welt. Wir haben offenbar immer noch nicht verstanden, dass wir aufhören müssen mit dem Hass.“
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