
Thomas Kossendey, Präsident der Oldenburgischen Landschaft, bei der Diakonischen Konferenz im Gemeindesaal der Martin-Luther-Kirche Oldenburg-Dietrichsfeld.
Foto: privat
Oldenburg (pm) – Vor den Delegierten der Diakonischen Konferenz mahnte Landschaftspräsident Thomas Kossendey: „Hinter jeder einzelnen Flüchtlingszahl steht ein Mensch. Alle suchen eine neue Heimat und bringen die eigene Heimat mit.“
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Eine neue Heimat zu finden, bedeute, sich von der erste Heimat zu entfernen, so Kossendey. Kindern falle es leichter, sich zu integrieren. Die unterschiedlichen Geschwindigkeiten der Integration führten gelegentlich zu einem „Kulturkampf im Wohnzimmer“, wenn es zum Beispiel um die Partnerwahl oder die Verwendung der Sprache der ersten Heimat gehe.
An fünf Beispielen aus der Oldenburger Landesgeschichte zeigte Kossendey auf, dass es bereits früher große Migrationsbewegungen gegeben hat. „Es hat geknirscht zwischen den aufnehmenden und den hinzugekommenen Bevölkerungsteilen. Aber letztlich hat Integration immer geklappt,“ so sein Fazit.
„Es ist egal, ob Menschen wieder gehen oder bleiben, wir müssen uns um sie bemühen,“ mahnte der Landschaftspräsident. „Wir müssen es erlauben, dass sich die Zugezogenen mit ihrer eigenen Kultur in unsere Gesellschaft integrieren. Im Bewusstsein der eigenen kulturellen Identität braucht es einen Weg zwischen Multikulti und nebeneinanderher leben.“
Einwanderung funktioniere nicht nach einer chemischen Formel, sondern brauche Empathie und menschliche Begegnung der beteiligten Gruppen. Bei der Integration seien die verschiedenen Religionen und Kulturen zu beachten. „Gespräche mit Muslimen können dazu beitragen, dass wir uns gegenseitig beruhigen, weil wir feststellen, dass die anderen gar nicht so sind, wie wir befürchtet haben“, so Kossendey. An Gesprächen führe kein Weg vorbei, mahnt Kossendey, weil Schwierigkeiten ungelöst blieben, wenn Konflikte nicht angesprochen werden würden.
In einer anschließenden Diskussion wurde betont: Es gehe auch darum, eine Sprache zu finden, die bestehende Probleme und Schwierigkeiten weder verschweigt, noch ideologisch verkleistert. Ebenso nütze es wenig, Befürchtungen und Ängste von Bürgern oder Flüchtlingen so darzustellen, als ob die Angst bereits der Beweis für das tatsächliche Vorhandensein des Befürchteten sei.
Diakonische Konferenz
Die Diakonische Konferenz ist das Parlament des Diakonischen Werkes der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg.
