CDU-Landeschef kritisiert Grünen-Parteitag in Wolfsburg
Der CDU-Landes- und Fraktionsvorsitzende Sebastian Lechner hat den Landesparteitag der niedersächsischen Grünen scharf kritisiert. Laut Lechner verpasst die Partei erneut die Chance, ihre Programmatik an die wirtschaftliche Realität in Niedersachsen anzupassen.
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„Die einseitige Fixierung auf reine Elektromobilität und das Blockieren zentraler Infrastrukturprojekte bleiben ein ideologisch geprägter Kurs, der der Automobil- und Zulieferindustrie des Landes nicht gerecht wird“, teilte Lechner mit.
Gleichzeitig werde der Konflikt in der Landesregierung offen sichtbar.
Während sich Ministerpräsident Stephan Weil unter massivem Druck bewege, beschlössen die Grünen in Wolfsburg genau das Gegenteil. Diese gegensätzlichen Positionen sorgten für Dissonanz in der Landesregierung und zusätzliche Unsicherheit für die niedersächsische Automobilindustrie und deren Beschäftigte, so der CDU-Politiker.
dts Nachrichtenagentur
Foto: via dts Nachrichtenagentur





4 Kommentare
„Die einseitige Fixierung…“ Eine Aussage, die die ganze Ahnungslosigkeit dieses merkwürdigen Mannes gut beschreibt. Wenn Juristen über Technik schwadronieren…
Diese „einseitige Fixierung“ ist schlicht und einfach Logik. Wenn wir die Umweltbelastung durch Schadstoffe reduzieren wollen müssen wir von den fossilen Treibstoffen weg. Daran fürht kein Weg vorbei. Dass hier jetzt von „Technologieoffenheit“ und „E-Fuels“ geschwafelt wird, um durch die Hintertür weiterhin den Verbrenner am Leben zu erhalten, war auch klar – aus der rechten Ecke (Union, AfD & Co.) war nichts anderes zu erwarten.
Wer sich mal die Mühe macht, mit realen Zahlen zu rechnen wird sehr schnell merken, dass selbst imoptimalsten Fall die Menge der zu produzierenden E-Fuels gerade mal für den Luftverkehr und einige wenige Spezialmaschinen, die nicht auf alternative Antriebe umrüstbar sind, ausreicht. Vielleicht auch noch ein paar Liter für echte Oldtimer, die dann ein paar Kilometer im Jahr bewegt werden können. Für den Alltagsverkehr ist nicht einmal ansatzweise genug produzierbar.
Wasserstoff? Die direkte Verbrennung verbietet sich zum einen durch den miserablen Wirkungsgrad und zum anderen durch die zwangsweise Entstehung von Stickoxiden, denn der Stickstoff in der Luft (ca. 78%) wandert ja ebenfalls durch die Brennkammern und reagiert. Eine Brennstoffzelle wäre möglich, ist aber kompliziert und teuer, dazu ist der Wirkungsgrad über alles (Strom zur Wasserstoffgewinnung, Kühlung, Komprimierung und Transport, Umwandlung zurück in Strom) auch nicht gerade hoch.
Bleibt die direkte Speicherung von Strom im Akku. Hat mit Abstand den höchsten Wirkungsgrad, die Akkus werden immer preiswerter und leistungsfähiger, halten lange (300.000km sind normal, 500.000km keine Seltenheit), sind nach Aufarbeitung noch 15-20 Jahre als stationärer Akku im Stromnetz verwendbar und können fast vollständig recycelt werden. Dazu kann man direkt von der heimischen PV sein Auto laden. Bei aktuellen Autos ist der CO2-Rucksack nach ca. 2-3 Jahren wieder drin, Tendenz fallend.
Hier muss sich die heimische Industrie einmal richtig auf den Hosenboden setzen und das nachholen, was sie in den letzten Jahrzehnten vorsätzlich (!) verabsäumt hat. Und vielleicht mal die Betonköpfe am Tropf der fossilen Lobby auswechseln. Vielleicht wird das dann ja noch etwas. Und ja, die hochkomplexen und anfälligen Verbrennungsmotoren sind ausentwickelt, da ist nichts mehr möglich. Oder wo ist das bezahlbare Ein-Liter-Auto?
Zu spät, China, Korea, Frankreich, demnächst auch Japan, sind zum Beispiel VW um mindestens ein Jahr voraus und mindestens fünftausend Euro billiger, Korea beim Kleinbus wie VW rund zwanzig Tausend. Der informierte Kunde ist längst weg.
Vielleicht, ja vielleicht war es ein Traum: in der von Peter Koller 1937/38 geplanten KdF-Stadt nahe Fallersleben wird von der Ferdinand-Porsche-Gedächtnis-KI ein preiswertes neues KdF-Automodell geplant (Preis um 1940 ca. 1.000 RM), energieoffen mit Holzgasmotor. Ein Hoffnungsschimmer?
Immerhin: anno 1973 habe ich bei ebenjenen Peter Koller an der TUB noch 2 Semester Vorlesung gehört. Nicht über Autos.