Bufdis: Mehr über sich selbst erfahren und dabei Gutes tun

Kjano Eglins bei seiner Arbeit für die Oldenburger Tafel.
Foto: zb
Den Bundesfreiwilligendienst (BFD) gibt es seit 2011. Er wurde als Reaktion auf die Aussetzung des Wehrdienstes und damit auch des Zivildienstes ins Leben gerufen und soll Menschen unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft und Art des Schulabschlusses ein Engagement für die Allgemeinheit ermöglichen. Seit seinem Beginn haben bisher über 650.000 Menschen diese Chance genutzt und einen BFD geleistet.
Der BFD ist ein Angebot an Personen ab 16 Jahren, sich außerhalb von Beruf und Schule für das Allgemeinwohl im sozialen, ökologischen und kulturellen Bereich oder im Bereich des Sports, der Integration sowie im Zivil- und Katastrophenschutz zu engagieren. Wer also nach der Schulzeit oder vor dem Studium praktisch tätig sein will oder noch nicht weiß, wie es beruflich weitergeht und sich erstmal orientieren beziehungsweise ein bestimmtes Berufsfeld kennenlernen möchte oder schon älter ist und seine Erfahrungen einbringen und Gutes für die Gesellschaft tun will, ist beim BFD richtig.
In der Regel dauert der BFD zwölf Monate, mindestens jedoch sechs und höchstens 18 Monate. Wer in Vollzeit arbeitet, verdient 676 Euro im Monat. Neben der praktischen Tätigkeit besuchen die Teilnehmenden verschiedene Seminare und haben pro Jahr 25 Tage Urlaub. Wer auf die Webseite des BFD geht, entdeckt in der Stadt Oldenburg verschiedene Einrichtungen, die einen Bundesfreiwilligendienstleistenden (Bufdi) suchen. Das Angebot erstreckt sich von Kindertagesstätten über Unfall-Hilfen und Schulen bis hin zu Sportvereinen oder der Universität.
Kjano Eglins hat sich im letzten Jahr bei der Oldenburger Tafel als Bufdi beworben und erlebte dort eine sehr gute Zeit. Er steuerte regelmäßig einen Sprinter zu zahlreichen Supermärkten, um Ware abzuholen, half bei der Sortierung und Ausgabe der Ware, erstellte Fahrdienstpläne, plante Schulungen für die 190 Ehrenamtlichen und war schließlich in der Lage, für begrenzte Zeit den Leiter der Tafel zu vertreten.

Bundesfreiwillige haben – je nach Stelle und Arbeitgeber – die unterschiedlichsten Aufgaben.
Foto: zb
„Das ist ein toller Job und ich habe mich jeden Morgen auf die Arbeit gefreut“, sagt Kjano Eglins rückblickend, der im Dezember die Tafel nach 18 Monaten verlässt. „Man lernt strukturiertes Arbeiten, eigenverantwortliches Handeln, Prioritäten zu setzen, hat täglich viele Kontakte zu Ehrenamtlichen in allen Altersklassen, was ich spannend fand, lernt viel am PC, lernt zu improvisieren, im Team zu arbeiten und man muss kontaktfähig, lernwillig, lernfähig und ausdauernd sein. Ich konnte auch Verbesserungsvorschläge einbringen, was ich gut fand. Außerdem finde ich die Idee, wofür die Tafel steht, nämlich Lebensmittel zu retten und sie an armutsbetroffene Menschen weiterzugeben, sehr gut.“
Bufdis sammeln Erfahrungen, lernen viel über sich selbst und entdecken ihre Fähigkeiten, was für den weiteren Lebensweg hilfreich sein kann. Umgekehrt leisten sie wertvolle Hilfe. „Kjano ist eine große Unterstützung für die Tafel. Er war stets einsatzbereit und hat schnell erkannt, wo Hilfe gebraucht wird“, sagt Hermann Wendt, Leiter der Oldenburger Tafel, der hofft, schon bald einen neuen Bufdi zu finden, der sich so engagiert wie Kjano Eglins.
Bufdis bekommen ein schriftliches Zeugnis über die Art und Dauer ihres Bundesfreiwilligendienstes, das sie bei Bewerbungen vorlegen können. Der BFD kann gegebenenfalls als Wartesemester oder Praktikum angerechnet werden. Informationen hierzu erteilen die Hochschulen. Alles über den BFD und freie Stellen in und um Oldenburg gibt es unter www.bundesfreiwilligendienst.de.
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