Niedersachsen

Zwischenahner Meer: Eistaucher proben den Ernstfall

Bei 2 Grad Wassertemperatur ins Zwischenahner Meer. Die Taucher der DLRG haben die eisige Zeit für eine Übung genutzt.

Bei 2 Grad Wassertemperatur ins Zwischenahner Meer. Die Taucher der DLRG haben die eisige Zeit für eine Übung genutzt.
Foto: Stefan Wirwal

Bad Zwischenahn (am/ki/pm) Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hat am Sonntag eine Eistauchübung im Zwischenahner Meer durchgeführt. Bei Temperaturen von minus 10 Grad tauchten vier Einsatztaucher unter einer fünf Zentimeter dicken Eisschicht.

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Die Bedingungen galten als extrem, ein spontaner Tauchgang war nur durch die kurzfristige Eisbildung möglich. Für die Ausbildung der Einsatztaucher ist Eistauchen Pflicht, aber selten umsetzbar.

Kälte, Sicht und psychische Belastung

Die Tauchgruppen der DLRG Bockhorn-Zetel und Bad Zwischenahn nutzten die kurzzeitige Eisdecke für eine gemeinsame Übung. Das Eis war nur an wenigen Stellen durchgängig gefroren und für Spaziergänger oder Schlittschuhläufer nicht tragfähig. Drei Löcher wurden mit einer Motorsäge in das Eis geschnitten, jeweils im Abstand von 20 Metern. Die Wassertemperatur betrug zwei Grad, die Sicht unter Wasser lag bei rund 1,5 Metern.

Der Eistauchgang stellte die Taucher nicht nur technisch, sondern auch psychisch vor Herausforderungen. Der Einstieg war nur über die vorbereiteten Eislöcher möglich, was bei schlechter Sicht Orientierung und Nervenstärke verlangte. Nach etwa 20 Minuten begannen die Tauchgänge durch die Kälte besonders an den Händen beschwerlich zu werden.

Sicherung und Kommunikation

Für die Sicherheit sorgten Signalleute an der Oberfläche, die über Leinen mit den Taucher/innen verbunden waren. Die Vollgesichtsmasken waren zusätzlich mit Kommunikationssystemen ausgestattet. Unter der festen Eisschicht befand sich eine Schicht aus Schneematsch, ähnlich wie Slush-Eis.

Die Sicherheit geht vor – das gilt auch für die Eistaucher beim Probetauchen.

Die Sicherheit geht vor – das gilt auch beim Probetauchen.
Foto: Stefan Wirwal

Ein besonderes Risiko beim Eistauchen ist das Einfrieren der Atemregler beim Auftauchen. Auch bei dieser Übung froren die Lungenautomaten bei Kontakt mit der kalten Luft sofort ein – ein bekannter Risikofaktor, besonders für unerfahrene Taucher/innen.

Seltene Bedingungen genutzt

Für die Ausbildung der Einsatztaucher gehört Eistauchen zum Pflichtprogramm, kann aber in der Region wegen der milden Winter selten durchgeführt werden. Nach der Übung wurden die Eislöcher gesichert markiert. Direkt im Anschluss nutzten Eisbader eines der Löcher.

Während des Tauchgangs wurde zudem eine Geldkassette auf dem Seegrund gefunden und geborgen. In der anschließenden Nachbesprechung zogen die Beteiligten ein positives Fazit. Die Übung wurde von Tauchübungsleiter Stefan Wirwal koordiniert.

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