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Wirtschaftshistoriker Ferguson stellt Merkel schlechtes Zeugnis aus

Angela Merkel, über dts Nachrichtenagentur

Davos (dts Nachrichtenagentur) – Der renommierte Wirtschaftshistoriker Niall Ferguson hat Bundeskanzlerin Angela Merkel ein verheerendes Zeugnis ausgestellt. Sie habe das Land mit hohen Energiepreise in die wirtschaftliche Sackgasse geführt, gleichzeitig habe ihre mangelnde Führungsstärke Europa in seiner globalen Bedeutung marginalisiert. „Merkels Kanzlerschaft war ein kolossaler Ausfall“, sagte Ferguson der „Welt“ (Donnerstagausgabe) am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos.

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Merkel werde in die Geschichtsbücher als eine Regierungschefin eingehen, die „taktisch brillant, aber strategisch ein Desaster“ war. Sie habe ihre Macht verteidigt, sichergestellt, dass ihr kein Rivale gefährlich werden konnte und auf die Popularität in der Bevölkerung geachtet. Das Land habe das aber nicht vorangebracht. Als Beispiele nannte der Wirtschaftshistoriker, der an den Eliteschmieden in Harvard und Stanford lehrte, den überhasteten Ausstieg aus der Atomenergie und ihre verfehlte Euro-Krisenpolitik. Wegen der Energiewende zahle Deutschland mit die höchsten Strompreise in der Welt. Der europäische Green Deal werde die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie weiter schmälern. „Ihr habt Euch Eure Energiepolitik unter anderem mit dem überstürzten Atomausstieg versaut, und jetzt macht Ihr alles nur noch schlimmer. Die Vorstellung, dass ausgerechnet der Green Deal das Wachstum fördern könnte, ist eine der seltsamsten Ideen, die es im Moment überhaupt gibt auf der Welt“, sagte Ferguson der „Welt“. Auch mit der Europa-Politik ging Ferguson hart ins Gericht. „Das europäische Projekt ist komplett zum Erliegen gekommen. Es wird keine weitere Integration geben“, sagte Ferguson. Merkel wird am Donnerstag nach Davos kommen und eine Rede auf dem Weltwirtschaftsforum halten. Ferguson erwartet wenig von ihrem Auftritt. „Merkel wird wahrscheinlich von der multilateralen Weltordnung sprechen, von den Institutionen, die nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffen worden sind. Das klingt für mich eher wie ein Märchen.“ Diese liberale Weltordnung habe in Wirklichkeit nur für kurze Zeit nach dem Fall der Mauer existiert, nämlich in den 1990er und den 2000er Jahren. „Kanzlerin Angela Merkel gehört zu einer Dekade, die längst hinter uns liegt.“

Foto: Angela Merkel, über dts Nachrichtenagentur

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7 Kommentare

  1. Dietmar Schranz
    22. Januar 2020 um 19.41

    Ferguson ein hoch bezahlter Dampfplauderer um nicht zu sagen „Dummschwätzer“; Harvard schützt vor Ignoranz und Arroganz nicht!
    Frau Merkel hat und leistet täglich in 18 von 24 Stunden mehr als der sogenannte Harvard Absolvent in seinem ganzen Leben!
    Dieser sich selbst überschätzende „Ökonom“ würde daher auch in derzeitige Welt-Männerriege Trump, Putin, Xi, Erdogan +++ exakt hineinpassen, aber dazu reicht es dann doch wieder nicht;
    Frau Merkels Amtszeit ist gepflastert von solchen Egozentrikern, die mit den Berlusconi’s der Welt begann und jetzt bei den genannten „Giganten der Macht“ sich befindet; welch eine Leistung sie allein damit bringt, mit solchen „Minderwertigkeits-Komplexten“ tag-täglich umzugehen und Deutschland trotzdem auf höchstem wirtschaftlichen und – falls die AFD wieder im Nichts verschwindet – politischen Niveau zu halten;
    ich sage täglich Danke, dass sie für uns alle, uneigennützig, korruptfrei 18Stunden arbeitet!
    Danke
    DS

    • kadi
      22. Januar 2020 um 22.18

      Zu oft Aktuelle Kamera geschaut!

  2. Helmut
    22. Januar 2020 um 23.11

    Es gibt tatsächlich Leute, die Merkel bewundern!!!! Unfaßbar. Merkel hat Deutschland NICHTS Gutes getan – im Gegenteil. Seit 2015 ist klar, was sie mit Deutschland vorhat. Pfui.l

  3. Max
    22. Januar 2020 um 23.32

    Herrliche Ironie Dietmar. Herzlichen Dank!

  4. Kabadi
    23. Januar 2020 um 8.18

    Frau Merkel hat darüber hinaus nur von den Hartz IV Reformen Schröders profitiert. Sie selbst hätte eine Reformpolitik
    wie diese, man kann darüber streiten ob überzogen oder nicht, niemals angestoßen. In jedem Fall sind hierdurch die Arbeitslosenzahlen extrem gesunken und auch die „Schwarze Null“ wurde nur deshalb möglich.

    Weiter hat Sie auch außenpolitsch alles verbockt, was man verbocken kann…. z.B. Flüchtlingspolitik, Brexit..
    Allein dir Flüchtlingspolitik kostet Deutschland 20+ Mrd. jedes Jahr. Dafür werden dann die Renten der Mitbürger gekappt, die die letzten 40-50 Jahre mit ihren Steuern das Land nach vorne gebracht haben. Kein Land der Welt geht so mit seinen Mitbürgern um. Selbst in Italien werden höhere Renten bezahlt (wenn auch auf Pump)

    Des weiteren hat Frau Merkel den Niedergang der Infrastrutkur (Schulen, Universitäten, Straßen etc.) zu verantworten. Wichtiger waren ihr sinnlose Kriegseinsätze in Mali, Afghanistan etc.

    Überdies hat sich Frau Merkel auch außenpolitsich völlig ins Abseits manöveriert. Erdogan kann sie nur mit viel Geld bestechen, die Flüchtlingswelle, die sie selbst losgetreten hat, wieder aufzuhalten, Putin vor den Kopf gestoßen und Trump nimmt sie ohnehin nicht ernst. Selbst Macron hat sich von ihr abgewandt, die Briten unter Cameron sind davongelaufen vor ihr
    Wer glaubt denn, dass diese Alpha-Tiere der internationalen Politik Mutti bei Ihren Konferenzen Ernst nehmen??

    Nein, diese Kanzlerschaft war ein komplettes Desaster, da liegt der Autor leider ganz richtig,. nicht nur aufgrund der sinnlosen Energiewende nach dem Motto “ Am deutschen Wesen soll die Welt genesen “
    Völlig Banane

    • W. Lorenzen-Pranger
      26. Januar 2020 um 9.47

      Sie liegen mit vielen Aussagen falsch, am schlimmsten aber hiermit: „nicht nur aufgrund der sinnlosen Energiewende nach dem Motto “ Am deutschen Wesen soll die Welt genesen “

      Hätten sie sich informiert wüßten sie, daß, neben Australien und den USA, fast niemand so wenig für den Umweltschutz tut wie die Deutschen. Skandinavien liegt weit vorne, In Dänemark z.B. haben die Städte Sonderborg und Kopenhagen beschlossen, bis 2025 Klimaneutral zu wirtschaften. Hamburg gerade mal bis 2050. Der Folketing in Dänemark, also das dänische Parlament, beschloß, ganz Dämemark bis 2030 klimaneutral zu machen. Die Dänen mögen die deutsche Art mit der Umwelt generell umzugehen nicht all zu gerne, weswegen der „Wildschweinzaun“, angeblich gegen die Schweinepest, für die Schleswig-Holsteiner immer so einen gewissen Subtext hatte…
      Norwegen läßt, übrigens wie Indien (!) auch, ab 2025 keine neuen Verbrenner mehr im Straßenverkehr zu, China setzt verstärkt auf Sonnenenergie. (Nein, die oft zitierten Zahlen zu Kohlkraftwerken sind inzwischen falsch.) In China können sie vergleichsweise komfortable Elektromobile zu einem Preis kaufen, für den sie hierzulande nicht einmal ein ordentliches Fahrrad bekommen. (Gibts hier inzwischen auch als Importe, dann so ca. ab viertausend Euro.)
      Und, nach einigen Erhebungen gibts in den kleinen Niederlanden mehr E-Autos als in Deutschland.
      Also, ich will auf ihre anderen Einlassungen nicht weiter eingehen, aber etwas Information täte ihnen hier und da ganz gut. Es gibt auch ausländische Zeitungen, die man auf Deutsch lesen kann, etwa „Der Nordschleswiger“, die Zeitung der deutschen Minderheit in Dänemark, oder „Flensborg Avis“, die Zeitung der dänischen Minderheit in Deutschland, die für Android-Geräte einen Übersetzer mitliefert – und englisch haben wir ja alle auf der Schule gehabt. Oft reicht das schon.
      Also, am „deutschen Wesen“ wird die Welt ganz sicher nicht genesen, da sind wir uns einig..Sie wird, wenn wir weiter so planlos herumschluren, an diesem „deutschen Wesen“ dann eher untergehen.
      https://www.travelbook.de/natur/umwelt/weltkarte-ueberschwemmungsgebiete?wtmc=trbkff

  5. Theo Beck
    23. Januar 2020 um 9.53

    Probleme, etwa eine andere und abweichende Meinung, haben etwas mit einem Fußball gemeinsam. Will man den abwehren, so ist dies aus geringer Entfernung schwierig, manchmal gefährlich und bei Erfolg zufällig. Einfacher wird dies in ausreichender Distanz und bei genügend Entfernung erledigt sich das von selbst. Das ist dann der merkelsche Lösungsansatz. Man kann auch aus der Schusslinie gehen oder einen anderen Posten einnehmen, zum Beispiel auf außen. Wenn keine Gegenspieler stören, lässt sich dann sogar ein Tor schießen.
    Der Bundeskanzlerin wurde schon oft eine Nähe zum Fußball nachgesagt.