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Unionsabgeordnete fordern höheren Rentenbeitrag für Kinderlose

Mann und Frau sitzen am Strand, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – In der Unionsfraktion bahnt sich ein Streit über die Rentenpolitik an. Die in der „Jungen Gruppe“ organisierten Abgeordneten fordern in einem Papier, über das die „Welt“ (Montagausgabe) berichtet, das gesetzliche Renteneintrittsalter abzuschaffen. Außerdem sollen Kinderlose höhere Beiträge zahlen.

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Paare mit zwei Kindern sollen demnach den normalen Beitragssatz zahlen, „ab drei Kindern erhält jeder Elternteil einen Abschlag von 0,5 Prozent, pro Kind maximal ein Prozent für beide Elternteile“. Wer keinen Nachwuchs hat, muss dem Papier zufolge mehr zahlen: „Kinderlose zahlen einen Beitragszuschlag in Höhe von 1 Prozent.“ Eltern mit einem Kind würden einen Beitragszuschlag in Höhe von 0,5 Prozent zahlen. „Wir müssen die Debatte darüber führen, dass kinderreiche Familien bereits einen erheblichen Beitrag zum umlagefinanzierten Rentensystem leisten. Das tun Kinderlose eben nicht“, sagte der Vorsitzende der „Jungen Gruppe“, Mark Hauptmann (CDU), der „Welt“. Dass es der Rentenkommission nach zwei Jahren Beratung nicht gelungen sei, einen Vorschlag zum Renteneintrittsalter vorzulegen, sei enttäuschend, sagte Hauptmann. „Wir können nicht einfach ignorieren, dass die Menschen immer länger leben und damit auch immer länger Renten beziehen.“ Das Papier sieht vor, dass ab 2030 unabhängig vom Lebensalter nur diejenigen ohne Abschläge in Rente gehen können, die 47 Jahre gearbeitet haben. Dieses Modell solle dynamisiert werden: „Das heißt, wenn die Lebenserwartung in Deutschland um ein Jahr steigt, erhöht sich die Beitragszeit um neun Monate.“

Foto: Mann und Frau sitzen am Strand, über dts Nachrichtenagentur

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8 Kommentare

  1. jjkoeln
    29. März 2020 um 21.05

    Verschiedene wenig sinnvolle Vorschläge.

    1) Kinder sind kein Beitrag, wenn sie krank, arbeitslos, selbständige, Anwälte, oder Beamte werden. Insofern ist der Bezug auf die Zahl der Kinder populistischer Unfug.
    2) 47 Jahre als Grundlage, ist auch eine absurde Forderung. Da schädigen sich die Jungen doch selbst.
    Aber die Abgeordneten kennen das Problem ja in ihrer Versorgung nicht.

    Und wofür das Ganze: Kostensenkung. Neoliberales Denken, das seine ungenügende Tragweite derzeit beweist.

  2. C.P.
    30. März 2020 um 8.18

    Ich schließe mich meinem Vorredner an.

    Zudem hat die Corona-Krise mehr als deutlich gemacht, wie schwer krank unser Planet ist. Ursache allen Übels ist die massive Ausbreitung des Menschen, die dem letzten Tier irgendwann den Lebensraum nimmt. Ein globaler Geburtenstop muss her. Nicht die Kinderreichen, sondern die Kinderlosen sollten belohnt werden. Kindergeld etc. gehören abgeschafft. Wie dann der Kapitalismus und die sozialen Sicherungssystem angepasst werden können, darüber sollten sich die Politiker Gedanken machen.

  3. Z.X.
    30. März 2020 um 8.49

    Ich schließe mich meinen beiden Vorrednern an und möchte folgendes ergänzen: Zahllose Paare quälen sich förmlich jahrelang mit dem Kinderwunsch und investieren nicht selten Beträge im Gegenwert eines gut ausgestatteten VW Golfs in das Thema. Ja, es gibt tatsächlich auch Menschen, die sind ungewollt kinderlos – ein Thema, dass hierzulande gern totgeschwiegen wird. Warum sollen Menschen, die in ihrer Erwerbszeit häufig bereits massiv zur Finanzierung unseres Gemeinwesens in Form hoher Steuern oder Kassenbeiträge beitragen, doppelt für ihr unfreiwilliges Schicksal bestraft werden? Gerecht ist das nicht.

  4. Manfred Murdfield
    30. März 2020 um 10.54

    Es gibt ja auch Forderungen, dass Übergewichtige, oder Raucher, oder … höhere Krankenkassenbeiträge zahlen sollen. Wenn ein übergewichtiges Ehepaar, Vater trinkt, Mutter raucht, zwei übergewichtige Kinder, die keinen Sport treiben, hat, was zahlt es dann an wen?? Ist es die Zeit für solche Diskussionen?

  5. Ulf rabenstein
    30. März 2020 um 12.53

    Nur Kinder zahlen später Renten und Pensionen.
    Kinderlose erhalten ihre altersbezuege von den Kindern fremder Leute.

    • Manfred Murdfield
      30. März 2020 um 17.44

      Meines Wissens zahlen Beamte für ihre Pensionen keine Rentenbeiträge. Es wird seit Jahrzehnten diskutiert, dass Beamte und Selbständige in die Rentenkasse zahlen sollen, aber die Mehrheit der Entscheidungsträger ist (sicherlich auch aus persönlichen Gründen) dagegen. Für die Rentenkasse und die Steuerzahler wäre dies gut. Im Übrigen wird ja wohl schon immer die Rentenkasse auch für fremde Ausgaben missbraucht, ohne das wir das direkt mitbekommen.
      Und wie an anderer Stell schon gesagt, nicht alle Kinder zahlen später Rentenbeiträge.

      • W. Lorenzen-Pranger
        30. März 2020 um 19.19

        >Meines Wissens zahlen Beamte für ihre Pensionen keine Rentenbeiträge<

        Das ist falsch. Der Staat behält einen Prozentsatz der Bezüge für Beamte für die Pension ein. Über die Bezüge von Beamten gibt es mehr Neidlegenden als deutsche Beamte.

  6. Herb Old
    1. April 2020 um 13.04

    Von der Sache her sollte jeder der 40 Jahre gearbeitet hat Rente in der Höhe seiner erwirtschafteten Beträge bekommen. Unabhängig davon wie alt er ist oder wie viele Kinder er hat. Wenn man also wegen sinnloser Studiengänge und staatlich subventionierter Faulheit erst mit 30 anfängt einzuzahlen muss man halt auch arbeiten bis 70. Wer vorher anfängt, geht halt schon mit 60 in Rente und hat mit etwas Glück noch etwas Zeit sie zu genießen.
    Alles andere ist nicht gerecht.