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Ulrich Matthes sorgt sich um Künstlerkollegen

Ulrich Matthes, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Theater- und Filmschauspieler und Präsident der Deutschen Filmakademie, Ulrich Matthes, bedauert, dass so viele Künstler unter der Coronakrise leiden. „Ich bin durch meine feste Gage am Deutschen Theater Berlin abgesichert“, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Samstagausgaben). Viele Freiberufler fürchteten jetzt um ihre Existenz.

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„Denen geht es zehn Mal schlechter als mir.“ Er sei als Präsident der Filmakademie mit vielen Betroffenen im Gespräch, so Matthes. „Ich habe erst vor ein paar Tagen eine Mail verschickt an alle Mitglieder, die Mut machen sollte. Ich telefoniere mit der Geschäftsführung – auch wegen des Deutschen Filmpreises, den wir in irgendeiner Form verleihen wollen, schon als Zeichen der Solidarität und als Geste in die Branche hinein, der es ebenfalls dreckig geht.“ Er sei überzeugt, dass Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) wie auch alle anderen Kabinettsmitglieder „sich die allergrößte Mühe“ gäben, „die Verwerfungen und die finanziellen Schwierigkeiten für Millionen Menschen so gering wie möglich zu halten“. Aber „mein Realismus sagt mir, dass es nicht möglich sein wird, allen zu helfen“. Man müsse es dennoch versuchen. Derzeit oft angewendete Online-Formate seien in der Kunst auf Dauer kein Ersatz für die Begegnungen zwischen Künstler und Publikum, sagte der 60-Jährige. „Was online geschieht, bleibt ein Ersatz für uns als soziale Wesen, die sich mit anderen Menschen zusammentun und gemeinsam lachen, gemeinsam berührt sein oder auch gemeinsam Sport gucken wollen in einem Stadion.“ Er freue sich heute schon „mit innerem Jubel darauf, dass das alles irgendwann wieder vorbei sein wird und ich mit meinen Kolleginnen und Kollegen wieder vor Zuschauern stehe“. Da „werden bestimmt auch ein paar Tränchen fließen“. Matthes verbindet mit der Krise allerdings auch eine positive Erwartung. „Ich habe die Hoffnung, dass wir, wenn das alles vorbei ist, ein bisschen sorgsamer, empathischer und zugewandter miteinander umgehen – und wir alle aus diesem Extrem-Zustand lernen, dass wir zerbrechliche Wesen sind und der Gemeinsamkeit und Solidarität eher bedürfen als des Hasses und des Sich-gegenseitig-fertig-Machens. Die Krise zeigt: Unser ganzes Leben geht nur gemeinsam, wir sind soziale Tiere.“ Man brauche einander, immer. „Dass sich diese Einsicht durchsetzt, ist mein zartes Pflänzchen Hoffnung.“

Foto: Ulrich Matthes, über dts Nachrichtenagentur

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