Ukraine beklagt deutsche Verzögerungstaktik bei Nord Stream 2

Castoro 10 beim Bau von Nord Stream 2, über dts Nachrichtenagentur

Kiew/Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Angesichts neuer US-Sanktionen gegen die Gaspipeline Nord Stream 2 hat die Ukraine der Bundesregierung eine gefährliche Verzögerungstaktik vorgeworfen. „Obwohl 123 Tage seit der Verkündung der gemeinsamen Erklärung vergangen sind, ist bis heute gar nichts geschehen, um die bestehenden wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Gefahren für die Ukraine wegen der Nord-Stream-2-Pipeline zu beseitigen“, sagte der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, der „Welt“.

Unter dem Druck der USA hatte Deutschland im Juli der Ukraine in einer gemeinsamen Erklärung weitgehende wirtschaftliche und politische Kompensationen zugesagt. Kiew hatte im Gegenzug seinen kategorischen Widerstand gegen Nord Stream 2 aufgegeben. „Ganz im Gegenteil: die akute Bedrohung eines neuen russischen Militärangriffs ist größer denn je, das Damoklesschwert einer groß angelegten Invasion Putins hängt über dem Haupt der Ukraine an einem dünnen Faden.“ Seither hat es allerdings keine nennenswerten Verhandlungen zwischen Berlin und Kiew über die Ausgestaltung der Kompensationen gegeben.

Anzeige

Melnyk warf Deutschland vor, die derzeitige Gefahr durch russische Truppenmassierungen an der ukrainischen Grenze nicht ernst genug zu nehmen. „Leider nimmt man in Berlin diese präzedenzlose Eskalation auf die leichte Schulter. Eine solche Ignoranz könnte sich bald auch für die Bundesrepublik rächen“, so Melnyk. „Daher fordern wir die Ampelkoalition auf, sofort politisch einzugreifen und Nord Stream 2 für immer auf dem Meeresgrund der Ostsee zu begraben.“

Foto: Castoro 10 beim Bau von Nord Stream 2, über dts Nachrichtenagentur

Mehr aus diesem Ressort
NachrichtenDax startet freundlich – Halbleiterbranche im BlickNachrichtenEvers wartet auf Signal von SPD und GrünenNachrichtenCSU fordert späteren Start der Zuckersteuer
StartseiteKommentieren
Weitere Artikel
NachrichtenLandwirtschaftliche Erzeugerpreise steigen starkNachrichtenGroßhandelspreise steigen so schnell wie seit 2023 nichtNachrichtenVersicherer warnen vor Unbezahlbarkeit von GebäudepolicenNachrichtenCDU-Finanzpolitiker zweifeln an Klingbeils Tabaksteuer-PrognoseNachrichtenKinderschutzbund fordert mehr Schutz vor sexueller Gewalt im NetzNachrichtenBDI bekennt sich vor EU-Gipfel zum Emissionshandel

Anzeige

StellenmarktJobs in OldenburgAktuelle Stellenangebote aus Oldenburg und der Region.LokalesNachrichten aus OldenburgAlle Meldungen aus der Stadt auf einen Blick.Immer informiertWhatsApp-KanalDie wichtigsten Nachrichten direkt aufs Handy.MenschenOldenburger/in des MonatsJeden Monat ein besonderes Gesicht der Stadt.
Im FokusTopthemenKramermarktUOdMVerkehr
Social MediaFolge unsFacebookInstagramYouTubeTikTok