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Studie: Kleine Felder könnten gegen Artensterben helfen

Bauer mit Traktor, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Das Artensterben in der Agrarlandschaft könnte sich mit einer anderen Art der Felderbewirtschaftung stoppen lassen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Göttinger Agrarökologen Teja Tscharntke im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion, berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“ (NOZ).

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Auf Basis der Auswertung der aktuellen Studienlage kommt der Professor demnach zu dem Schluss, dass „eine vielfältige und kleinteilige Agrarstruktur“ eine „bislang deutlich unterschätzte Bedeutung für die Biodiversität“ habe. Die Art und Weise der Flächennutzung sei „der Schlüssel zur Wiederherstellung der Biodiversität in großem Maßstab“, schreibt der Wissenschaftler. Kleinere Felder und vielfältige Kulturen auf den Äckern seien entscheidend. Tscharntke schlägt ein Feldermosaik vor, bei dem die Größe des einzelnen Ackers „deutlich unter sechs Hektar liegt“. Dies könnte über sogenannte Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU gefördert werden. Auf Basis der Untersuchungsergebnisse fordert die Grünen-Bundestagsfraktion grundlegende Nachbesserungen bei der künftigen Ausgestaltung der EU-Agrargelder. Die Bundesregierung hatte sich hier vergangene Woche auf wichtige Eckpunkte geeinigt, Bundestag und Bundesrat müssen aber noch zustimmen. Grünen-Agrarpolitiker Friedrich Ostendorff forderte die gezielte Honorierung „einer kleinteiligen Bewirtschaftung und bäuerlichen Erzeugung“. Fraktionskollege Harald Ebener verwies darauf, dass die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe insgesamt zurückgehe. Diejenigen, die weitermachten, bewirtschafteten häufig „Riesenäcker“ mit wenig Lebensraum für Insekten oder Vögel. „Wer das Insektensterben und Vogelsterben vor allem in Agrarlandschaften stoppen will, muss daher auch das Höfesterben und die damit einhergehende Strukturverarmung angehen“, so Ebener.

Foto: Bauer mit Traktor, über dts Nachrichtenagentur

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1 Kommentar

  1. W. Lorenzen-Pranger
    19. April 2021 um 16.45 — Antworten

    In Schleswig-Holstein hatte man traditionell Knicks, also mit Sträuchern bewachsene Erdwälle, zur Begrenzung der Felder. Dann machte man eine „Flurberieinigung“ und diese Knicks fielen zugunsten größerer Flächen zwecks Einsatz größerer Maschinen weg. Der Effekt war, daß Nistmöglichkeiten für Vögel wegfielen, Kleintiere keinen Unterschlupf mehr fanden und, oh weh, in der Sommerhitze der fruchtbare Boden ganz einfach sonstwohin wehte. In S-H wehts halt immer.
    Jetzt hat man vielerorts wieder kleinere Flächen – und Knicks.

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