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Steuerlast auf mittlere Renten in zehn Jahren am meisten gestiegen

Rentenversicherung, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Steuern auf mittelhohe Renten sind in den letzten zehn Jahren im Vergleich am stärksten gestiegen. Wer im Jahr 2021 in Rente geht und im Monat eine Bruttorente von 1.500 Euro bezieht, muss hierauf aufs Jahr gerechnet 454 Euro an Einkommensteuer zahlen, berichten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagausgaben) unter Berufung auf das Finanzministerium.

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Das ist etwa viermal so viel wie vor zehn Jahren, als auf Bezüge in dieser Höhe 110 Euro fällig wurden. Wer als Neurentner in diesem Jahr brutto 1.700 Euro Rente im Monat bezieht, muss fast zweieinhalb mal so viel wie Einkommensteuer entrichten wie vor zehn Jahren. Insgesamt werden jetzt 807 Euro fällig, 2011 wären es den Angaben zufolge bei gleicher Höhe der Bezüge nur 336 Euro gewesen. Hinzu kommen Abzüge für Krankenkasse und Pflegeversicherung.

Ab 2.000 Euro Monatsrente brutto sind in diesem Jahr 1.416 Euro an Einkommensteuer fällig. Das ist etwa doppelt so viel wie 2011. Damals hat der Fiskus für eine solche Rente noch rund 740 Euro kassiert. Wer Altersbezüge von 2.500 Euro im Monat erhält, zahlt im laufenden Jahr nach Angaben des Finanzministeriums 2.493 Euro an Steuern.

Das sind etwa 1.000 Euro mehr als vor zehn Jahren. Renten von 1.200 Euro im Monat sind indes weniger stark betroffen. Auf sie werden im laufenden Jahr insgesamt 27 Euro fällig. Bis 2018 mussten auf Bezüge in dieser Höhe allerdings gar keine Einkommensteuer geleistet werden.

Insgesamt fällt die jährliche Steuerlast für alle genannten Renten in diesem Jahr um etwa 30 Euro niedriger aus als 2020. Grund dafür ist die Erhöhung des Grundfreibetrags zu Jahresbeginn. Seit 1. Januar 2021 sind 9.744 Euro des Einkommens steuerfrei. Im Vorjahr lag der Freibetrag bei 9.408 Euro.

Der Fraktionschef der Linken im Bundestag, Dietmar Bartsch, forderte deutliche Veränderungen in der Steuerpolitik. „Wir sollten kleine und mittlere Renten von der Steuer befreien“, sagte Bartsch den Funke-Zeitungen. Es könne nicht sein, dass das Rentenniveau „immer weiter fallen und die Steuer steigen soll“. Barsch kritisierte, einerseits flössen Milliarden aus dem Bundeshalt in die Rente, andererseits zögen die Finanzämter das Geld wieder aus den Portemonnaies der Rentner.

„Dieses Linke-Tasche-rechte-Tasche-System hat keine Zukunft.“

Foto: Rentenversicherung, über dts Nachrichtenagentur

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1 Kommentar

  1. Ilse Droege
    28. August 2021 um 5.04 — Antworten

    Langsam ist es genug mt den Rentenbesteuerungen der kleinen und Mittelständler.
    Es ist einfach unfassbar mit welchem Recht wird dem Arbeiter Volk soviel abgenommen haben genug geleistet und werden dafür bestraft.
    Die genug Geld verdienen bekommen immer mehr zieht es denen ab .
    Der Mittelstand rettet die Reichen die es verschieben und an der Steuer vorbei gehen und Faulenzern die nicht arbeiten wollen das Leben lang S.
    Schweinerei pur
    es wird Zeit das Entlastungen für den Mittelstand kommen.
    In Österreich ist die Rente gerechter verteilt da zahlen alle in den Topf auch Beamte einfach viel gerechter.
    Wir alle haben gearbeitet um später etwas zu genießen und nicht für das erarbeitete nochmal Steuert zu zahlen.

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