Seibert: Staatsräson gilt nicht für Siedlungspolitik

Der frühere deutsche Botschafter in Israel, Steffen Seibert, übt nach seiner Rückkehr ungewöhnlich scharfe Kritik an der israelischen Regierung.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

Der frühere deutsche Botschafter in Israel, Steffen Seibert, übt nach seiner Rückkehr ungewöhnlich scharfe Kritik an der israelischen Regierung. Die Siedlungspolitik sei „Vertreibung mit Mitteln der psychologischen und der realen Gewalt“, sagte Seibert dem „Zeitmagazin“.

Bezogen auf den Satz „Israels Sicherheit ist Teil der deutschen Staatsräson“ der ehemaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte ihr früherer Regierungssprecher Seibert, die deutsche Selbstverpflichtung gelte für Israel in seinen international anerkannten Grenzen. „Aber das gilt nicht gegenüber den Siedlern im Jordantal. Nach internationalem Recht sind das illegale Siedlungen, die der Ideologie folgen: Dies ist allein unser Land, Gott hat es uns geschenkt. Darauf bezieht sich die Staatsräson nicht, sie unterstützt nicht das Überlegenheitsgefühl gegenüber einer anderen Bevölkerung“, so Seibert im „Zeitmagazin“. Genauso notwendig sei es, den Palästinensern zu sagen, das Recht des israelischen Volkes, in seinem Staat zu leben, müsse geachtet werden.

Anzeige

Seibert fordert eine Veränderung der deutschen Israelpolitik: „Wir müssen jedenfalls klar machen, was wir meinen, wenn wir richtigerweise sagen, dass wir zu Israel stehen. Wir haben jahrzehntelang von Israel als der einzigen Demokratie in der Region gesprochen, und das stimmt. Aber das bedeutet nicht, dass unsere Unterstützung jegliches staatliche Verhalten Israels einschließt, zum Beispiel nicht die Besatzung, die nun ins 60. Jahr geht.“ Er sei gegen Boykotte und gegen Maßnahmen, die den Wissenschaftsaustausch einschränken, so Seibert. „Die Frage muss sein, ob es gezielte Maßnahmen gibt, die unsere Ablehnung der verhängnisvollen Siedlungspolitik klarer machen.“

Mehr aus diesem Ressort
NachrichtenDax bricht Rekordjagd trotz positiver US-Inflationsdaten abNachrichtenErmittlungsverfahren gegen Eltern nach Kindstod in PreetzNachrichtenChinas Ex-Ministerpräsident Zhu Rongji gestorben
StartseiteKommentieren
Weitere Artikel
NiedersachsenMann beschädigt Wahlplakate in StadthagenNiedersachsenFußgänger in Esens bei Verkehrsunfall schwer verletztNiedersachsenPolizei ermittelt nach Randale in LamspringeNiedersachsenNiedersachsen fordert Drohnenabwehr für Flughafen Hannover-LangenhagenNiedersachsenMotorradfahrer bei Unfall in Wilhelmshaven schwer verletztOldenburgEU: Grünes Licht für neues Stadion
StellenmarktJobs in OldenburgAktuelle Stellenangebote aus Oldenburg und der Region.LokalesNachrichten aus OldenburgAlle Meldungen aus der Stadt auf einen Blick.Immer informiertWhatsApp-KanalDie wichtigsten Nachrichten direkt aufs Handy.MenschenOldenburger/in des MonatsJeden Monat ein besonderes Gesicht der Stadt.
Im FokusTopthemenKommunalwahl 2026StadionneubauCäcilienbrücke
Social MediaFolge unsFacebookInstagramYouTubeTikTok