Röttgen kritisiert Wong-Festnahme

Norbert Röttgen, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen hat die Festnahme des Hongkonger Aktivisten Joshua Wong kritisiert. „Die Festnahme von Joshua Wong zeigt, dass es der chinesischen Führung zunehmend egal ist, was der Rest der Welt von China denkt“, schrieb Röttgen am Donnerstag auf Twitter. Es gehe hier vor allem um Abschreckung gegenüber der Bevölkerung.

„Die EU braucht dringend eine Strategie. Auch für unsere Unternehmen wird Hongkong nicht mehr das sein, was es einmal war“, so der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses. Auch führende Menschenrechtspolitikerinnen der FDP und der Grünen verurteilten die Vorgehensweise Chinas. „Niemand ist mehr sicher, auch nicht das Gesicht, die Ikone der Demokratiebewegung – ein mutiger 23-jähriger Student namens Joshua Wong“, sagte die Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe, Gyde Jensen (FDP), der „Bild“. Mit dieser „symbolischen Festnahme“ überschreite Peking eine weitere Grenze. Jensen forderte eine Reaktion der Bundesregierung. Die Obfrau der Grünen im Menschenrechtsausschuss, Margarete Bause, bezeichnete die Festnahme unterdessen als „Schlag ins Gesicht der Demokratiebewegung in Hongkong“. Die Vorwürfe gegen Wong seien „haltlos und offenbaren das skrupellose Vorgehen der Staatsführung, die Demokratiebewegung mit allen Mitteln mundtot und handlungsunfähig zu machen“, sagte sie der „Bild“. Laut Bause liegt es an allen demokratischen Staaten, dieser Repression Einhalt zu gebieten. Dazu zähle, „dass Außenminister Heiko Maas persönlich sich für die sofortige und bedingungslose Freilassung von Joshua Wong einsetzt“. Die Festnahme Wongs war nach Angaben seines Teams am Donnerstagmittag (Ortszeit) unter anderem aufgrund der Teilnahme an einer „unerlaubten Versammlung“ im Oktober 2019 erfolgt. Der 23-Jährige gilt als eine der einflussreichsten Figuren in Hongkong. Bei Protesten im Jahr 2014 hatte er erstmals breite internationale Aufmerksamkeit erlangt.

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Foto: Norbert Röttgen, über dts Nachrichtenagentur

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