Politiker sorgen sich um Intensivbetten

Krankenhaus, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Sprecherin für Alten- und Pflegepolitik der Grünen, Kordula Schulz-Asche, hat für die Intensivversorgung von Corona-Patienten die zeitnahe Erhöhung der Fachkräftebasis verlangt. „Sollte die Arbeitsintensität in einigen Wochen wieder sinken, braucht es Maßnahmen, um die Situation in der Intensivpflege nachhaltig zu verbessern. Mit einem Pflegebonus für nur wenige Pflegekräfte ist es nicht getan“, sagte sie dem Nachrichtenportal T-Online.

Andrew Ullmann, der FDP-Obmann im Gesundheitsausschuss des Bundestags, dringt auf eine andere Erfassung der Intensivbettkapazitäten: „Wir stehen vor einem großen Problem, denn die Bundesregierung weiß nicht, was unser Gesundheitssystem kann. Es ist essenziell, dass die Zahlen der freien Intensivbetten differenzierter dargestellt werden.“ Nun müsse man wieder improvisieren. „Und das heißt, dass durch personelle Umschichtung die Pflegebetreuung am Intensivbett gesichert wird. Nur so erhalten wir unsere im Europa-Vergleich überdurchschnittlichen Intensivbetten-Kapazitäten.“ Unter allen Umständen müssten Triagen in den Krankenhäusern verhindert werden. Bärbel Bas, SPD-Vizefraktionschefin und Gesundheitsexpertin, will einen „zielgenauen“ Rettungsschirm für Krankenhäuser noch im November: „Derzeit bleibt uns nur eines: Die Infektionszahlen müssen runter. Wir können ein Rennen zwischen immer mehr Kranken und immer mehr Betten bei einem exponentiellen Wachstum nicht gewinnen.“ Achim Kessler, gesundheitspolitischer Sprecher der Linksfraktion, warnt vor einer Aussetzung der geltenden Pflegepersonaluntergrenzen: „Deshalb müssen die beschlossenen Corona-Maßnahmen durchgesetzt und mit den Zahlen im Blick nachgesteuert werden, sodass wir in fünf Wochen nicht doppelt so hohe Zahlen haben, sondern auf eine Entlastung der Situation hoffen können. Denn die jahrelangen gesundheitspolitischen Versäumnisse und Tatenlosigkeit der letzten Monate lassen sich nicht kurzfristig beheben.“ Georg Nüßlein, CDU-Gesundheitsexperte und Unionsfraktionsvize, sieht noch keinen Grund in Panik zu geraten: „In Gesprächen, die ich mit Krankenhausverantwortlichen geführt habe, haben diese auf die angespannte Lage in den Krankenhäusern und auf den Intensivstationen hingewiesen. Sie haben jedoch nicht gesagt, dass die Krankenhäuser die Lage nicht mehr bewältigen können.“ Es gebe jetzt keinen Grund, Panik zu schüren. „Bei allen Diskussionen sollten wir nicht vergessen, dass hinter allen Statistiken Menschen und viel menschliches Leid stehen.“

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Foto: Krankenhaus, über dts Nachrichtenagentur

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