Ökonomen wollen richtiges Maß bei Corona-Maßnahmen

Menschen in einer Corona-Warteschlange, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Führende Ökonomen in Deutschland haben an die Politik appelliert, bei den Corona-Beschränkungen auf das richtige Maß zu achten. „Ich würde von der Politik erwarten, dass verstärkt Schutzmaßnahmen ergriffen werden, die wirtschaftliches und gesellschaftliches Leben ermöglichen, statt es zu verhindern“, sagte der Präsident des Münchner Ifo-Instituts, Clemens Fuest, dem „Handelsblatt“ (Mittwochausgabe). „Also mehr Maskenpflicht und mehr Tests und weniger Beherbergungsverbote.“

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, gab zu bedenken, dass der Schutz von Gesundheit und Wirtschaft ein „hohes Vertrauen der großen Mehrheit der Menschen“ brauche. „Dies erfordert Regeln, die nachvollziehbar und zu einem gewissen Maße damit auch einheitlich sind“, sagte Fratzscher dem „Handelsblatt“. Mit Blick auf die Debatte um Beherbergungsverbote mahnte Fratzscher die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft, nicht den Schutz der Gesundheit und den Schutz der Wirtschaft gegeneinander auszuspielen. „Hier wird ein Konflikt suggeriert, den es nicht gibt“, sagte er. „Maßnahmen, die effektiv die Ausbreitung des Virus verhindern und verlangsamen, sind auch im Interesse der Wirtschaft.“ Firmen in der Gastronomie und der Tourismusbranche würden nur dann bald wieder mehr Umsätze machen können, wenn die Kunden auf die Sicherheit und den Schutz ihrer Gesundheit vertrauten. Der Geschäftsreiseverband VDR warnte vor den Folgen des „regulatorischen Flickenteppichs“ an Länder-Regelungen. Diese sorge bei Unternehmen und Geschäftsreisenden für „massive Verunsicherung“ und werde die Reisetätigkeiten der deutschen Wirtschaft erneut ausbremsen, sagte VDR-Präsident Christoph Carnier dem „Handelsblatt“. Und weiter: „Ein Beherbergungsverbot, noch dazu mit regional unterschiedlichen Vorgaben und Interpretationsspielräumen, wird diese Tendenz noch einmal verschärfen.“

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Foto: Menschen in einer Corona-Warteschlange, über dts Nachrichtenagentur

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