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NRW-SPD für Abitur ohne Prüfungen

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Düsseldorf (dts Nachrichtenagentur) – Die SPD im Düsseldorfer Landtag spricht sich dafür aus, die Abiturprüfungen in diesem Jahr wegen der Coronakrise ausfallen zu lassen. „Viele Leistungen werden schon vor den Abschlussprüfungen erbracht. Unter den aktuellen Umständen sehe ich in einem Abitur, das aus Vornoten ermittelt wird, keinen Makel“, sagte der SPD-Bildungspolitiker Jochen Ott dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Mittwochsausgabe).

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„Ich würde freiwillige Prüfungen, bei denen sich Schüler verbessern können, für wünschenswert halten“, sagte der Politiker. Die Rechtssicherheit müsse durch das Schulministerium geprüft werden. Ott gibt zu bedenken, dass ein geregelter Schulbetrieb für die anderen Schüler kaum möglich wäre, wenn das Abitur wie geplant durchgeführt würde. „Zieht man zehn bis zwanzig Prozent der Lehrer ab, die zu den Risikogruppen gehören, stellt sich sofort die Frage, ob die Verbleibenden die Durchführung von Prüfungen und die Beschulung aller anderen Kinder und Jugendlichen gleichzeitig ermöglichen können“, sagte Ott.

Den Vorschlag, den Unterricht in den Schulen nur mit den Hauptfächern beginnen zu lassen, hält Ott für falsch: „Biologie, Chemie, Religion, Philosophie und Sozialwissenschaften sind doch jetzt spannende Themen. Zudem sollten Bewegung und Kreativität sollten in den zehn Wochen bis zu den Sommerferien in den Blick genommen werden“, sagte der SPD-Politiker. Er wünsche sich „die Zeit und das Angebot zu einem Austausch zwischen Lehrern und Schülerin über das, was sie in der Krise erlebt“ hätten, so Ott.

Den Vorschlag, die kleineren Kita-Kinder bis nach den Sommerferien nicht zurück in die Betreuung zu lassen, hält Ott für wenig zielführend: „Auch die Kita-Kinder brauchen andere Kinder und deren Eltern die Chance, wieder arbeiten zu gehen. Das deutsche Kinderhilfswerk weist daraufhin, wie wichtig gerade für die seelische Gesundheit aller Kinder ein kleines Stück zurück zur Normalität hin ist.“ Er hoffe, dass es in NRW „bessere Lösungen“ geben werde.

Foto: SPD-Logo, über dts Nachrichtenagentur

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11 Kommentare

  1. Timur
    14. April 2020 um 18.03

    Herr Jochen Ott hat verstanden worauf es ankommt!

    Jeder soll selbst entscheiden können, ob er an der Prüfung teilnehmen möchte oder nicht.

  2. Susanne
    14. April 2020 um 18.55

    Als Mutter einer Abiturientin schließe ich mich der Meinung von Herrn Ott an. Die Schüler selbst sollen entscheiden, ob sie schreiben oder das Durchschnittsabitur erhalten möchten. Bleibt die Frage, was mit denen ist, die krank sind bzw. zur Risikogruppe gehören und gerne schreiben möchten, weil diese vielleicht aufgrund ihrer Krankheit nicht so am Unterricht teilnehmen konnten und alles auf die Abschlussprüfungen gesetzt haben, die nun aber ggf. ein sehr hohes Risiko beinhalten.

  3. Florian
    14. April 2020 um 20.31

    Ein Politiker der es versteht. Ich bin auch Abiturient! Es ist momentan sehr schwer sich auf die prüfungen vorzubereiten. Der Stress halt – und die drei wochen länger zeit zum lernen bringen nicht viel, wenn man sich deswegen nich jonzentrieren kann und angst hat sich anzustecken.

    Jedenfalls hiffe ich das die blinden Politiker jetzt auch mal die augen auf machen. Befürchte aber dass das mit dem blind sein chronisch ist.

    Jedenfalls, danke für die unterstützung Herr Ott!

  4. Dode
    14. April 2020 um 22.43

    Bei der SPD wundert mich so eine Forderung kein bisschen. Die Sozen haben sich schon lange von den Leistungswilligen der Gesellschaft abgewandt. Abi für alle! BGE für alle! Bleiberecht und Vollversorgung für alle! Willkommen im sozialistischen Schlaraffenland, in dem die Steuerzahler privilegierte Klassenfeinde sind, die bekämpft gehören.

    • Max
      15. April 2020 um 15.47

      Absolut lost …
      Wie kann man solch einen dummen Kommentar abgeben ?

      • Alex
        15. April 2020 um 16.55

        Kann mich da ihrem Kommentar nur anschließen 😂

    • Mirko
      16. April 2020 um 8.38

      “Leistungswilligen der Gesellschaft “ Interessante Formulierung … Inwiefern ist eine schriftliche Prüfung eine akkurate Abbildung von Leistung? Es tut mir ehrlich leid, aber ich hinterfrage die effizient eine Systems, welches auf Bulimie lernen aufgebaut ist. Was wird bei dem Abi Prüfung geprüft? Mhh da wäre zu ein der Umgang mit Stress, und wie gut ein Schüler Bulimie lernen beherrscht. … Wie viele der Information die man werden der Schulzeit “gelernt“ hat Bleiben nach der Prüfung tatsächlich erhalten? Man könnte hier von bundesländerübergreifender Ungerechtigkeit sprechen … Aber wie ist diese in der Corona Krise überhaupt noch gegeben?

      Es gibt eine Recht große Anzahl an Argumenten, weshalb die Abiprüfung überdenkungswürdig sind. … Aber, das ist, nicht die Grundlegende frag die wir hier beantworten sollten. Wir sollten uns hier ehre fragen. … Ist uns das Risiko der Gesundheit der Bevölkerung wert, die Prüfung stattfinden zu lassen? Ich muss gestehen, dass ich mit alternative Leistungsnachweisen, keine Probleme hätte.

      Davon einmal abgesehen ist es nicht fair gegenüber den Schüllern wen sie. Die Prüfung jetzt vorgesetzt bekommen, ohne auch die gleich Lehren Zeit gehabt zu haben … Ich kann mir nämlich fast Garantieren das nicht alle schulen, eine gute Netzinfrastruktur besitzen oder alle Lehrer auch so engagiert sind diese Ressourcen zu nutzen … Resultat ist hier eine psychologische Belastung, die manch ein Erwachsener nicht tragen könnte.

      So:) der Rest ist mir hier einfach zu populistisch. … Und da muss ich mich Max anschließen… 🙂

      • Melanie
        16. April 2020 um 9.14

        Bei deiner Rechtschrift kann ich nachvollziehen, dass du keine Abiprüfung willst.

        • Mirko
          16. April 2020 um 9.37

          Kurze frage, ändert die Rechtschreibung, an der Validität der Aussage? Ja oder nein? Es tut mir leid, das ich zum größten Teil meines Lebens in einem Englisch System gebildet worden bin und eine Rechtschreibschwäche besitze. 🙂 Rechtschreib Kritik ist zwar angebracht und das sehe ich auch ein, aber es fördert keine Diskussion. Danke :)…

  5. Catano
    15. April 2020 um 0.57

    Die Abiturprüfung durchzuführen wäre eine fatale Fehlentscheidung, andere Länder haben es längst verstanden. Wenn zig hunderte Arztpraxen, Krankenhäuser und Pflegeheime es nicht hinbekommen haben die Infektionsübertragung zu verhindern, dann sollen es jetzt Schulen schaffen? Das glaubt doch nicht wirklich jemand ernsthaft, oder? Die Prüfungen laufen über Wochen und jedes Mal muss der Prüfling wieder nach Hause zu seinen vorerkrankten Eltern, gefährdeten Geschwistern, oder noch besser zurück in das Mehrgenerationshaus, wo Oma und Opa zu Hause sind. Nie wieder würde man glücklich werden, wenn man das Leben eines Menschen/Familienangehörigen auf dem Gewissen hätte und das alles nur, weil man nicht die Vorabinoten verwenden kann?

    Gesunder Gruß

  6. Gianna
    16. April 2020 um 9.33

    Ich finde es eine sehr gute Idee und unterstütze dies. Aber niemand denkt an die ganzen Auszubildenden, die ab dem 27.04. schon ihre Prüfungen schreiben, welche so stehen bleiben. Ebenso die Fach-Abiturienten. Schade, dass mal wieder nur an einen kleinen Teil gedacht wird! Es ist eine Zumutung diese Prüfungen an den vorgegebenen Terminen zu schreiben, während die Abiturienten 3 Wochen mehr Zeit bekommen haben. Viele Auszubildende oder Fach-Abiturienten gehen wahrscheinlich noch Teilzeit arbeiten oder haben sogar Kinder. Und von den Auszubildenden und Fach-Abiturienten gibt es viel mehr Schüler. Alleine bei uns auf dem Berufskolleg, stehen am 05.05. 9Klassen auf dem Plan Abschlussprüfungen jeder Art zu schreiben. Bei 250 Lehrern, davon wahrscheinlich 1/3 Risikopatienten und einige auch noch Eltern, welche keine Betreuungsmöglichkeiten bekommen. Wer kann uns also da versichern, dass wir wirklich in Kleingruppen schreiben können und die Hygiene Maßnahmen eingehalten werden? Ich finde es unverantwortlich von der Bundesregierung nur an die Abiturienten/Real-und Hauptschüler zu denken. Wir Auszubildenden etc. Sind doch die Mehrheit, wieso denkt niemand an uns?!