Massenproteste in Serbien fordern Ende der Regierung Vucic

Foto: Filip Stevanovic / Anadolu/Abaca/ddp via dts Nachrichtenagentur
Wenige Tage vor den Parlamentswahlen in Serbien haben Zehntausende Anhänger der Opposition für ein Ende der Regierung des langjährigen Präsidenten Aleksandar Vucic demonstriert.
Die Anhänger der Studentenliste zogen am Donnerstagabend durch die Straßen von Belgrad und versammelten sich schließlich auf dem Slavija-Platz der Hauptstadt. Rund 150.000 Menschen sollen an der Kundgebung teilgenommen haben.
Die Studentenliste hat sich zum Ziel gesetzt, bei der Parlamentswahl am Sonntag die seit mehr als 14 Jahren andauernde Regierung von Vucics rechtspopulistischer Serbischer Fortschrittspartei (SNS) zu beenden. Vucic war Ende September von seinem Amt als Präsident zurückgetreten und kandidiert nun für den Posten des Regierungschefs, den er bereits vor seiner Präsidentschaft innehatte.
Die Protestbewegung entstand nach dem Einsturz eines Bahnhofsvordachs in Novi Sad im November 2024, bei dem 16 Menschen ums Leben kamen. Anfangs ging es den Demonstranten um die Aufarbeitung des Unglücks, später weiteten sich die Themen auf generelle Kritik an der Regierung und Korruption aus. Vucic bezeichnete die Proteste als vom Ausland finanzierten Putschversuch und rief seine Anhänger dazu auf, den Staat zu schützen und die Opposition zu besiegen. Die Opposition beklagte im Wahlkampf Einschüchterungen und Missbrauch öffentlicher Gelder. Prognosen zum Wahlausgang sind unsicher, jedoch wird erwartet, dass die Studentenliste ein starkes Ergebnis erzielen könnte.
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