Luftfracht in Coronakrise moderat zurückgegangen

Fahrwerk einer Boeing 747-400, über dts Nachrichtenagentur

Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) – Während der Passagierflugverkehr sehr stark von den Reiseeinschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie betroffen war, sind weiterhin Güter auf dem Luftweg verschickt worden. Der Empfang und der Versand von Luftfracht ging im Zeitraum März bis Mai 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 12,1 Prozent auf rund 1,1 Millionen Tonnen zurück, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Mittwoch mit. Zum Vergleich: Das Passagieraufkommen auf deutschen Flughäfen sank im selben Zeitraum um 87,4 Prozent.

Die Luftfracht konzentrierte sich im Jahr 2019 auf vier Flughäfen in Deutschland, die zusammen rund 93 Prozent des Frachtaufkommens beförderten: Frankfurt/Main (43,5 Prozent), Leipzig/Halle (25,6 Prozent), Köln/Bonn (16,7 Prozent) und München (7,3 Prozent). In den Krisenmonaten März bis Mai 2020 konnte von den umschlagsstärksten Flughäfen Leipzig/Halle die Luftfrachtmenge im Vergleich zu den entsprechenden Vorjahresmonaten um 3,7 Prozent ausbauen. Die anderen drei verzeichneten Rückgänge (München -65,1 Prozent, Frankfurt/Main -17,4 Prozent, Köln/Bonn -1,7 Prozent). Die Frachtbeförderung im Rahmen von Passagierflügen erfuhr in den Krisenmonaten März bis Mai 2020 einen deutlichen Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum (-71,3 Prozent auf 90.000 Tonnen), so die Statistiker weiter. Die Beförderung in reinen Frachtflügen erlebte dagegen einen Anstieg von 7,9 Prozent auf eine Million Tonnen. Dadurch konnte der Wegfall der Bellyfracht teilweise kompensiert werden. Der weitgehende Wegfall der Bellyfracht und punktuelle Engpässe anderer Transportwege führten zu steigenden Preisen im Luftfrachtverkehr. Die Preise für Luftfracht waren bereits im ersten Quartal 2020 deutlich höher als im vierten Quartal 2019 (Exporte +11,9 Prozent, Importe +3,9 Prozent). Betroffen von den Preissteigerungen in der Luftfracht waren insbesondere die Exporte in die Volksrepublik China mit einer Steigerung von 40,6 Prozent. China war bereits seit Jahresbeginn stark von der Ausbreitung des neuen Coronavirus betroffen. Zum Vergleich: Exporte in die Vereinigten Staaten verteuerten sich um 9,9 Prozent, Exporte in die Vereinigten Arabischen Emirate um 4,4 Prozent.

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Foto: Fahrwerk einer Boeing 747-400, über dts Nachrichtenagentur

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