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Linke: Corona-Auswirkungen auf Elterngeld verhindern

Mutter mit Kleinkind und Kinderwagen, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Linkspartei unterstützt den Versuch von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD), Corona-bedingte Einbußen beim Elterngeld für junge Mütter und Väter abzuwenden. „Die Bundesregierung muss grundsätzlich regeln, dass der Bezug von Entgeltersatzleistungen wie Kurzarbeitergeld und Arbeitslosengeld die Höhe des Elterngeldes nicht reduziert“, sagte die Linken-Abgeordnete Sabine Zimmermann, Vorsitzende des Familienausschusses des Bundestages, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Mütter oder Väter, die nach der Geburt weniger oder gar nicht arbeiten, haben derzeit einen durchschnittlichen Elterngeldanspruch von knapp 850 Euro monatlich pro Kind.

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Berechnungsgrundlage ist der Durchschnittsverdienst aus den zwölf Monaten vor der Geburt. Das Problem: Kurzarbeitergeld oder Arbeitslosengeld zählen nicht als Einkommen. Das kann den Elterngeldanspruch rasch erheblich verringern. Familienministerin Giffey ist derzeit in Gesprächen mit Ländern und Bundestagsfraktionen, um die Berechnungsgrundlage für das Elterngeld zu ändern, damit Corona-bedingte Verwerfungen nicht zu weniger Elterngeld führen. Im vergangenen Jahr lag der Kreis der Nutzer bei rund 1,9 Millionen Haushalten, die monatlich zwischen 300 und 1.800 Euro pro Neugeborenen erhielten. „Viele werdende Mütter sind derzeit verunsichert, welche Auswirkungen die Coronakrise auf die Höhe ihres Elterngeldes haben wird“, sagte Zimmermann. Die Monate in Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit dürften bei der Berechnung des Elterngeldes nicht berücksichtigt werden, forderte sie. Stattdessen solle der Berechnungszeitraum auf das davor erzielte Gehalt erweitert werden. „Die Bundesregierung muss dafür sorgen, dass die Coronakrise Familien nicht noch zusätzlich belastet. Zudem muss der Mindestbetrag des Elterngeldes angehoben werden“, forderte die Linken-Politikerin.

Foto: Mutter mit Kleinkind und Kinderwagen, über dts Nachrichtenagentur

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2 Kommentare

  1. Jam
    7. April 2020 um 22.03

    Finde ich ein Unding und einfach unfair. Bei uns ist es so wir wünschen uns seit Jahren ein Kind. Endlich hat es geklappt. Und da meine Frau seit Oktober im Krankengeld ist wegen ihrem Rücken und es so bis zur Geburt bleibt wird sie auch nur den Mindessatz bekommen. Müssen uns auch so durchkämpfen und das nur weil man mal ein schlechtes Jahr hatte. Denn meine Frau war bis jetzt auch immer arbeiten.
    Ich kann es verstehen das man rumweint wegen dem Kurzarbeitergeld. Aber warum sollte man es ändern. Sind halt höhere Umstände. Genau wie eine Krankheit. Würde ich extrem unfair finden wenn es nur beim Kurzarbeitergeld geändert wird.

  2. Sunny
    13. April 2020 um 12.48

    Gebe Jam Recht, ist halt höhere Gewalt; damit muss man leben. Ich finde es auch ein Unding dass es den Geschwisterbonus nur gibt bis das 1. Kind 3 ist. Sind ältere Geschwister weniger wert? Will damit sagen, dass es immer Umstände gibt die für einen selber nachteilig sind, damit muss man dann leider leben. Und 1-2 Monate Kurzarbeitergeld (bezahlter Urlaub) wirken sich jetzt auch nicht so negativ aufs EG aus.