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Lauterbach: Demos sind „Sargnagel“ für bestehende Corona-Regeln

Polizei mit Mundschutz, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hat angesichts der jüngsten Massendemonstrationen gegen Rassismus und Polizeigewalt strengere Regeln gefordert, um eine zweite Corona-Welle zu verhindern. „Solche Demonstrationen sind ein Sargnagel für die noch bestehenden Regeln“, sagte Lauterbach dem „Tagesspiegel“. Durch die „lauten“ Sprechchöre seien „Unmengen“ an Aerosolen auf engem Raum verteilt worden.

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„Für den Kampf gegen das Virus wäre es besser, nur mit Plakaten und Bannern zu demonstrieren.“ Der SPD-Politiker hob das Demonstrationsrecht hervor – er fürchtet aber, dass durch die Wirkung der Bilder auf den Rest der Bevölkerung die Erfolge des „sehr effektiven Lockdowns“ in der Coronakrise aufs Spiel gesetzt werden. „Viel zu viele Leute, zu wenige Masken, zu wenig Abstand – das ideale Super-Spreading-Event.“ Unterdessen sagte der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt: „Mit polizeilichen Mitteln ist eine Abstandsregel bei einer Versammlung von vielen Tausend Menschen schlicht nicht durchsetzbar.“ Bei Krawallen seien die Beamten nun auch noch hohen Infektionsgefahren ausgesetzt, weil manche Menschen das Anliegen ihrer Demonstration als wichtiger einschätzen als den Infektionsschutz. „Das ist verantwortungslos, gefährlich und auch dumm“, so Wendt. Gerade die Polizei Berlin brauche mehr Wertschätzung durch die Politik. „Dazu zählt natürlich auch Geld.“ Er forderte eine dauerhafte Hauptstadt-Zulage. „Denn Berlin bleibt auch nach der Coronakrise die begehrteste Millionenmetropole Deutschlands mit all den hauptstadtbedingten Sonderlasten, die auf den Schultern der gesamten Polizei liegen.“

Foto: Polizei mit Mundschutz, über dts Nachrichtenagentur

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